El Michels Affair Yeti Season


Big Crown Records/Cargo (VÖ: 26.3.)

von

So etwas wie Witz darf man Labelmacher, Produzent und Multiinstrumentalist Leon Michels bei seiner Arbeit in Klangsteinbrüchen und der Wahl von Albumtiteln schon unterstellen. Ein Zimmer mehr als der Wu-Tang Clan auf dessen 1993er Debüt hatte Michels 2010 auf ENTER THE 37TH CHAMBER bestellt. Sollte wohl heißen: Es gibt immer noch etwas hinter den uns bekannten Klangräumen, und dafür sind El Michels Affair zuständig.

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Nur wenige Monate nach dem Instrumental-Soul-Album ADULT THEMES haben Michels und Band elf neue Tracks zusammengetragen, die über fetten Beats und knackigen, klar herausgearbeiteten Basslines thronen und nun auch reichlich Raum für Sängerinnen bieten. Das ist vor allem Piya Malik, die auf Hindi singt. Mitten im ersten Song zerbirst diese Stimme in ein lautmalerisches Gestotter, das die Gitarren in Progrockmanier auf der Stelle aufnehmen („Unathi“). Shannon Wise (The Shacks) entführt „Sha Na Na“ im Anschluss in die Sphären einer melancholischen Träumerei, irgendwo zwischen Retro-Soul und Stereolab angesiedelt.

In Sicherheit wiegen wollen El Michels Affair die Hörer*innen sowieso nie, ihre Songs sind wie Luftspiegelungen, bei denen weit entfernte Klänge ihr Näherkommen vorgaukeln und im selben Moment entschwinden. Mariachi-Pop, Bollywood-Psych oder der Soundtrack eines noch nicht veröffentlichten Films von Fatih Akin, wer spielt hier eigentlich was und wo? Antwort überflüssig – man kann nur beglückt grinsen, wenn die Flötentöne in „Silver Lining“ sich um Beats wickeln, die vom Wu-Tang Clan eingespeist worden sein könnten.


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