Eminem :: Relapse

Der berühmteste weiße Redner des Rap erleidet einen Rückfall. ENCORE brachte es an den Tag. Er war am Ende, ausgelaugt, zu nichts mehr fähig. So sehr, dass er vier Jahre gebraucht hat, um sich aufzuraffen. Pillenschluckerei, Drogengeschichten und Sauferei taten ihr Übriges. Nun hat er sich offensichtlich wieder im Griff. Die Reime sitzen, und Dr. Dre macht an den Reglern einen exzellenten Job. „I guess it’s time foryou to hate me again“, rappt Marshall. Er rekapituliert ständig sein Suchtproblem, aber irgendwie ist doch alles, wie es immer war. Er betont den schlechten Einfluss von Mama Mathers, nimmt Amy Winehouse hoch und liefert Stoff für trauen- und schwulenfeindliche Kontroversen. Überrascht ist man nur, wenn er über den Dudelsack aus Bagdad referiert. Interesse an der Tagespolitik hatte man bei ihm nicht vermutet. Davon hätte er mehr bieten sollen, dann wäre wohl mehr als ein kompetentes Comeback herausgekommen, womöglich ein Neuanfang. Was – Eminem, erwachsen? Vielleicht nächstes Mal. In vier Jahren ist er 40.

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