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Eminem The Marshall Mathers LP 2


Aftermath/Interscope/Universal

Das Haus, in dem er seine Jugendjahre verbracht hat, steht noch. Aber es hat seit seinem letzten Besuch gelitten und ist nicht mehr bewohnbar, dem Cover nach zu urteilen. Ein besseres Sinnbild für die Pleitestadt Detroit hätte Eminem nicht finden können. Um ihn selbst war man ja auch besorgt. So richtig hat er nach seiner Rückkehr nicht überzeugt. Weder Relapse noch Recovery vermittelten den Eindruck, als könnte der heute 41-Jährige noch einmal das hohe Niveau seiner früheren Jahre erreichen. Aber jetzt ist er voll da.

Eminem spielt auf „The Marshall Mathers LP 2“ einige seiner Paraderollen, darunter die des verachtenswerten Subjekts, Arschlochs, Berserkers, Monsters und bösen Albtraums. „I just hate to be the bad guy“, verkündet Sarah Jaffe liebkosend, aber Em kann sich nicht beherrschen und redet sich in Rage, wie nur er es kann. Wenig später ballert jemand durch die Gegend und es ertönen Polizeisirenen. Eine Überraschung ist das ausgiebige Sample des Zombies-Klassikers „Time Of The Season“, an dessen Entdeckung Produzent Rick Rubin seinen Anteil hat. Es folgen hüpfende Pianoakkorde, Kraftausdrücke und ein gnadenlos ungehaltener Ansager: „My life would be such so much better if you just dropped dead.“ Doch selbst wenn der Amoklauf voll im Gange ist, kommt der Humor nicht zu kurz. In „Rap God“ nimmt Em mit schneller Zunge das ganze Drama um sich selbst großartig auf den Arm und das zusammen mit Kendrick Lamar entwickelte und zu Musik von Wayne Fontana & The Mindbenders exekutierte „Love Game“ ist ein Höhepunkt. Vorsicht also. Dieser Mann ist noch nicht fertig. 


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