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Eric Church Heart & Soul


Capitol/Universal (VÖ: 16.9/20.4./23.4.)

von

Dass Eric Church nicht gern nach Nashvilles Mainstream-Regeln spielt, ist bekannt. Nicht von ungefähr hatte der Mann, der lieber Pilotensonnenbrille und Lederjacke und nahezu nie Stetson trägt, sein 2014er Album THE OUTSIDERS getauft und darauf mit seiner Gang die Genre-Grenzen zu (Hard-)Rock, Funk oder R’n’B überschritten. Zwei Veröffentlichungen später setzt Church zu seinem gewagtesten Wurf an: ein Dreifach-Album, wobei HEART und SOUL die beiden Buchstützen für die Fanclub-Exklusiv- Vinyl-Veröffentlichung namens & bilden.

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Bringt man das nötige Sitzfleisch für jenes 24-Song-starke Unterfangen mit, wird man mit einer überraschend kurzweiligen und abwechslungsreichen Bilderbuchfahrt durch Amerikas musikalische Seelenlandschaft belohnt. Mal rockig bis bockig („Stick That In Your Country Song“), mal mit Achtziger-Springsteen-Schlag („Through My Ray-Bans”) oder, wie im Refrain von „Break It Kind Of Guy“ gar – neben all den anderen stilistischen Registern –, das Trucker-Käppi auch noch vor der Kopfstimmen-Disco der Bee Gees ziehend, steht Church Heartland-Recken wie Bob Seger näher als billigem Bro-Country oder einem Keith Urban.

Natürlich muss sich auch HEART & SOUL die alte Doppelalbum-Frage gefallen lassen, ob die Reduktion des Materials um die Hälfte nicht etwa eine noch knackigere und kompaktere Crossover-Country-Platte ergeben hätte. Aber wie schon im Western kann manchmal eben auch der lange Weg das anvisierte Ziel sein.


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