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Girl In Red If I Could Make It All Go Quiet


World In Red /AWAL (VÖ: 30.4.)

von

Zwar gibt es die beiden EPs von Girl In Red, „Chapter 1“ (2018) und „Chapter 2“ (2019), auch zusammengefasst auf der LP BEGINNINGS (2019), doch ihr wahres Debütalbum kommt jetzt erst – nachdem der Musikindustrie schon seit Jahren schwindelig wird angesichts der exorbitanten Klickzahlen der 22 Jahre jungen Norwegerin. Streaminghits kann sie schreiben, aber kann sie auch Langstrecke?

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Aber hallo! Der Opener „Serotonin“ übers Glückshormon-Down liefert zwar auch ihren Signatursound, die huschenden, hallenden Gitarren, aber zudem erobert sich Girl In Red bei hochgekurbeltem Tempo mit Ad-Lips, Rap, Bombast-Synthies und extratiefen Billie-Eilish-Bässen neues Terrain – und beweist neue Wendigkeit in den Vocals. Im aufbrausenden „Did You Come“ fragt Girl In Red ihre Geliebte, ob die bei einer anderen schon 20 Mal gekommen sei.

Doch wenn Girl In Red sich ärgert, verzweifelt sie zumeist an ihrer eigenen Unsicherheit, die ja der eigentliche Quell der Eifersucht ist.  Auch „Body And Mind“ handelt, trotz Britney’esker Dance-Grooves, von der Schwierigkeit, sich selbst zu lieben. Dass Girl In Red am Ende aber immer nur über sich selbst singt, das ist dann auch nicht wahr: „Hornylovesickmess“ und „Midnightlove“ erzählen dieselbe Liebeskrise aus der Sicht zweier verschiedener Personen.

Bei allem Seelenstraucheln gönnt uns Girl In Red mit „I’ll Call You Mine“, dem letzten Vocal-Track des Albums, eine Happiness-Hymne, die sicher auch ein CSD-Hit wird. Er handelt davon, sich trotzdem, nach Verletzungen, wieder für einen Menschen zu öffnen. „It Would Feel Like This“ ist dann eine wortlose Klavierträumerei davon, wie es sein könnte. Girl In Red hat ihre Klangpalette der letzten Jahre noch mal erweitert, deshalb bleibt man nach einer Runde Emo-Achterbahn am liebsten angeschnallt und fährt gleich noch ein paar Mal. Ja, so wird das was mit den Klickzahlen, auch beim Album.


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