Girlwoman Das große Ganze


Staatsakt/Bertus (VÖ: 5.11.)

von

Deutscher Electro-Pop hat es schon schwer. Acts wie 2Raumwohnung, Polarkreis 18, Glasperlenspiel oder der gute alte Schiller haben das Genre in den letzten Jahren bzw. Dekaden in eine Ecke getrieben, aus der es sich nicht mehr zu befreien weiß. Aus ebendieser beschafft sich auch Girlwoman ihre Inspiration, wenn sie ihre Texte in zumindest stimmlich einwandfreier Manier ins Mikro haucht. In „Strom Linie Form“ mutiert die Künstlerin zum Fisch, der hinter Glas dahinsiecht; auf „Fata Morgana“, das sich entgegen der klassischen Uptempo-Konventionen – wie übrigens diverse der gefällig-poppig produzierten Beats – beim Trap bedient, morpht sich das begehrte Gegenüber zum „Glasfasernetz: Highspeed-Liebe, Highspeed-Schmerzen“.

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Funfact: Nur 13,8 Prozent der Beziehungen in Deutschland haben Anschluss an derlei Gefühlswelten. Im Techno-Trott marschiert dagegen die Vorab-Single aus dem letzten Jahr, „Rote Riesen schlafen nicht“, vorwärts. Die Formel wird auch hier klar: Metaphern aus dem Weltall, der Wissenschaft, der Technik prasseln auf Sehnsucht, Melancholie, Liebe. Das führt möglicherweise sogar mitten ins Formatradio, funktioniert als Abgrenzung zur künstlerischen Ursuppe aber keineswegs.


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