Gudrun Gut Moment 


Monika/Morr Music 

Kann ein Album einfach mal alles zusammenfassen (und auf eine Art miteinander verbinden), was eine Künstlerin bislang auf Platte und Bühne gebracht hat (die Projekte mit Blixa Bargeld, Thomas Fehlmann u.v.a. eingeschlossen)? Die 14 Tracks auf der neuen Platte von Gudrun Gut lassen mehr als eine Ahnung von diesem Gesamtheitsanspruch aufkommen, hier thront die Analog-Majestätin neben der Soundsucherin, der Cold-Wave-Popperin (die Malaria kreuz und quer spielen kann), Krautrockerin, Sprecherin und Balladensängerin.

Hymnen ist sie genau so wenig abgeneigt wie dem abstrakten Stück und ein Bowie-Cover („Boys Keep Swinging“ von LODGER) hat Gut auch im Programm. Das klingt dann, als hätte Kurt Weill ein Singspiel für die 80s-Disco komponiert. Gudrun Gut springt hier zwar zwischen den Zeiten und Räumen. Aber es ist diesen ihren Aufnahmen bei aller Verschiedenheit ein sehr spezieller Ton eigen: eine Unruhe, die sich in den verbogenen Tönen, den hastig dahingerufenen, manchmal eingefrorenen Worten, dieser letzten kleinen Idee von Punk und New Wave breitmacht, die wie ein Pestgeruch die Musik aufsucht.

Es ist eben längst nicht alles gut bei Gudrun Gut, irgendwo zwischen „Musik“ und „Schienenersatzverkehr“ pendelt der emotionale Bus dieser Ausnahmekünstlerin, er kommt zum Stocken und sucht die No-Gos auf, die die Konkurrenz gar nicht kennt. Gudrun Gut wird noch mehrere tolle Momente wie dieses Album haben, aber vielleicht keines, das ihre „Laufbahn“ so gut abbildet wie dieses. 

Gudrun Gut – Moment jetzt bei Amazon.de bestellen

Hier MOMENT von Gudrun Gut im Apple-Music-Stream hören:

Hier MOMENT von Gudrun Gut im Spotify-Stream hören:


Hört hier XXXTentacions posthum veröffentlichtes Album „Skins" im Stream
Weiterlesen