Spezial-Abo

Half Waif Mythopoetics


Anti/Indigo (VÖ: 9.7.)

von

Mit sparsamem Klavier-Arpeggio geht’s los und Half Waifs gedoppelten Vocals, als sie darüber sinniert, ob sie verlernt habe, allein sein, mit diesem anderen Körper  da in ihrem Bett. Kaum eine Minute ist das Intro namens „Fabric“ kurz, danach wird die TripHop-Beat Maschinerie auf beschwingtes Tempo angekurbelt. Die Technik, mit sich selbst ins Duett zu treten in zweierlei Oktaven, während die Beats ballern, wirkt dann bei „Swimmer“ stark von FKA Twigs‘ Debütplatte inspiriert.

🛒  MYTHOPOETICS bei Amazon.de kaufen

Das Konzept, das sich Nandi Rose Plunkett alias Half Waif, (die auch Gelegenheitsmitglied der Indie-Rock-Band Pinegrove ist) für ihr schon fünftes Studioalbum ausgedacht hat, klingt an sich spannend: Welche Geschichten erzählen wir uns von uns selbst, um weitermachen zu können? Leider geben die Lyrics darauf nur sehr selten überraschende Antworten. Aber gut: Pop ist Pop und Art ist Art.

Technisch ist auf diesem an Björk und Kate Bush geschulten Pop-Album vieles toll: Instrumentierung und Arrangements, auch die höllischen Chorale. Aber die Songs verhallen dann schnell ohne intensive Resonanz. Dass Half Waif die Platte gemacht hat, die sie nach eigener Aussage seit einem Jahrzehnt machen wollte, spürt man nicht so dringlich, wie sie es vielleicht gern hätte. Es muss wohl an ihrer Intonation liegen, die zu selten etwas wagt. Trotzdem ist das alles wirklich gut. Wenn man ein Highlight nennen sollte, wäre die Dance-Hymne „Horse Racing“ wohl ein sicheres Pferd


ÄHNLICHE KRITIKEN

Molly Burch :: Romantic Images

Statt Twang-Gitarren nun Synthies und Disco-Groove, aber origineller wird’s leider nicht.

Koreless :: Agor

Der liebste Produzent der Stars debütiert verspätet mit abstraktem Sound-Pointillismus.

Tuvaband :: Growing Pains & Pleasures

Obacht, Romantik! Die norwegische Singer/Songwriterin lässt – Achtung, Klischee! – traumverlorene Melodien übers angefrorene Moos huschen.


ÄHNLICHE ARTIKEL

„Young Turks“: Britisches Musiklabel ändert Namen in „Young“

Das unter dem Namen „Young Turks“ gegründete Independent-Musiklabel ändert seinen Namen in „Young“. Die politische Bewegung der „Jungtürken“ begangen einen der ersten Genozide des 20. Jahrhunderts.

Nach Video-Parallelen: Lil Nas X und FKA Twigs loben sich gegenseitig

„Ich unterstütze voll und ganz deinen Ausdruck und deine Tapferkeit, die Kultur für die queere Community voranzutreiben“, schreibt FKA Twigs über Lil Nas X.

Plagiats-Vorwurf: FKA Twigs' „Cellophane“-Regisseur kritisiert Lil Nas X' neues Video

Die Parallelen zwischen Lil Nas X' neuem Musikvideo „MONTERO (Call Me By Your Name)“ und „Cellophane“ von FKA Twigs seien frappierend, meint der Regisseur.


Mit Post Malone und 6ix9ine: 11 Fakten über Gesichts-Tattoos
Weiterlesen

3 Monate MUSIKEXPRESS nach Hause

Grafik Abo 3 Ausgaben für 9,95 €