Highlight: Die 100 besten Stimmen der Musikgeschichte

Hayden Thorpe Diviner


Domino/GoodToGo (VÖ: 24.5.)

Als vor eineinhalb Jahren Wild Beasts ihre Auflösung verkündeten, war ein kollektiver Seufzer zu vernehmen: Diese Band war wirklich besonders gewesen, weil sie die Körperlichkeit mit all ihren Facetten in einen ungewöhnlichen Pop-Kosmos transferierte. Die frühen Wild Beasts klangen wie ein lasziver Wirbelsturm, die späten nach Blue Eyed Funk fürs 21. Jahrhundert. Mittendrin gelang ihnen mit SMOTHER ihr Meisterwerk, das Leute, die ihre Plattensammlung thematisch sortieren, neben THE COLOUR OF SPRING von Talk Talk stehen haben.

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Hayden Thorpe war einer der zwei Sänger der Wild Beasts, er ist der mit der hohen Stimme, von der man nie weiß, ob es sich schon oder noch um die Kopfstimme handelt – oder ob dieser Kerl ganz natürlich diese hohen Register bedient. Die Songs seines Solodebüts liegen nicht weit entfernt von den ruhigeren Stücken der Band, was jedoch fehlt, sind die rauen und roboterhaften Funksongs, die das letzte Band-Album BOY KING ausgezeichnet hatten.

Solo klingt Thorpe wieder eleganter, es dominiert das Klavier, Gitarren hört man selten, und wenn, dann spielen sie diese 80s-Licks, mit denen die Cracks früher ihre Synthie-Pop-Songs veredelt haben: für die einen Hi-Fi, für die anderen das pure Grausen. Auf DIVINER passen sie in eine Klanglandschaft, die bei den besten Songs an die kunstvollen Alben von Kate Bush erinnert, dazu an die Werke von Antony oder Benjamin Clementine – nur dass Hayden Thorpe im Herzen ein Popper bleibt.


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