Hiro Kone Silvercoat The Throng


Dais/Cargo (VÖ: 24.9.)

von

Oh, es ist ein Lockdown-Album. Wie das wohl klingen mag? Dräuend, dronig und drastisch? Nicht weit daneben. Hiro Kone, Sound-Art-Künstlerin aus New York, legt mit SILVERCOAT THE THRONG ihren vierten Longplayer vor, der handwerklich außerordentlich gut geraten ist.

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Schon auf dem zweiten Track „Mundus Patet“ ragen nach einem monumentalem Bassgrollen scharfe Snares derart plastisch aus der geisterhaften Soundkulisse, dass Spöttern das Grinsen prompt vergeht. „Nomad“ mit sprechendem Featuregast Travis klingt im Anschluss mit seinem Mix aus phasenweise atonalen Streichern und Stream-of-Consciousness-Lyrics arg konzeptionell, das Vernichtungsprädikat Conceptronica drängt sich für Millisekunden auf.

Das wunderschöne „Reciprocal Capture“ zeugt dagegen von einer perfekten Symbiose zwischen Hiro Kone und dem nächsten Gast Speaker Music und klingt mit seinen Pads, die sich zwischen hektische Breakbeats schieben, wie eine Fusion aus Aphex Twin und Planet Mu. Anspruchsvoll produziertes Album, das kratzigen Spuk-Ambient, eindrucksvolle Bassspuren und Club-Versatzstücke zu einer Einheit verschmilzt.


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Dieser Shoegaze lässt alle anderen Covid-Lockdown-Depri-Alben blass aussehen.


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