Hobocombo Moondog Mask


Trovarobato/Broken Silence (VÖ: 07.02.)

von

Nein, das ist jetzt nicht die offizielle Moondog-Coverband, die die archaischen Kompositionen des New Yorker Wikingers unter Aufbringung aktueller Studiotechniken von der Straße in die digital vernetzten Ströme unserer Musikrezeption speist. Dem aus Moondog- Neuinterpretationen zusammengesetzten Debütalbum der Italiener, NOW THAT IT’S THE OPPOSITE, IT’S TWICE UPON A TIME (2011), hätte man noch einen Hang zum Heldentheater unterstellen dürfen.

Mit MOONDOG MASK gehen Francesca Baccolini (Gesang, Kontrabass), Andrea Belfi (Gesang, Perkussion) und Rocco Marchi (Gesang, Gitarre, Synthies) jetzt einen Schritt weiter, sie stellen Annäherungen an die epochalen Klangwerke des blinden Musikers und Dichters Louis Thomas Hardin (1916–1999) in eine Sammlung eigener Kompositionen und spiegeln Moondogs Umweltmusik an dem, was sie Pop nennen könnten, beziehungsweise dessen Rekonstruktion aus vermeintlichen Randmusiken.

In dieser Arbeit findet das Cover eines Songs von Robert Wyatt („East Timor“) genauso Platz wie ein Chorstück mit Steel Drum („Baltic Dance“) oder eine Blues-Variation, die, wenn schon nicht auf Captain Beefhearts dann doch wieder auf Robert Wyatts Mist gewachsen sein könnte. So schließen sich die Kreise zwischen den Orten und Zeiten in komplexen Rhythmen und einfachen Melodien, in Verweis und Erfindung. MOONDOG MASK ist eine Liebeserklärung an die imaginative Kraft des Pop geworden, in wunderbar flirrenden Überschreitungsmusiken.


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