Jeff Tweedy

Love Is The King

dBpm Records/ADR/Warner (VÖ: 23.10.)

Die Alt.Country-Legende streicht die erste Silbe des von ihm entscheidend geprägten Genres, aber wagt dann doch nicht die allerletzte Konsequenz.

Man könnte jetzt behaupten, Jeff Tweedy kehrt mit LOVE IS THE KING zu seinen Wurzeln zurück. Das ist nicht falsch, aber dann auch wieder ganz schöner Quatsch. Denn natürlich ist der Country die Grundlage dessen, was der mittlerweile 53-Jährige schon mit Uncle Tupelo, erst recht mit Wilco und bis heute veranstaltet.

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Allerdings hat Tweedy den Country auch nie wirklich verlassen, weswegen er auf diesem im Lockdown entstandenen Album auch nicht zu ihm zurückkehren muss. Andererseits: In Songs wie „Natural Desaster“ oder „Opaline“ hat der ungekrönte König des Alt.Country die ersten drei Buchstaben des von ihm entscheidend geprägten Genres radikal gestrichen: Die Rhythmusgruppe zuckelt im sanften Trab, die Steel Guitar jammert und der Sänger bittet flehentlich darum, dass die Liebe der Liebsten niemals enden möge. Das ist nahezu ungebrochene Kuhhirtenmusik.

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Dieser zweite Boden, dessen Statik auszurechnen Tweedy sich zu seiner Lebensaufgabe gemacht hat, wird dann aber doch immer wieder eingezogen – mit einem leicht atonalen Gitarrensolo, einer überraschenden Wendung im Text, einem ironischen Zwinkern in der Refrainmelodie. Fast scheint es, als habe Jeff Tweedy dann doch der Mut verlassen, sich mal endlich ein richtiges, ein vor Klischees triefendes Country- Album zu trauen.

„LOVE IS THE KING“ im Stream hören:

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