Jewish Monkeys High Words


Greedy For Best Music/Indigo

Wenn es mal einen programmatischen Einstieg gab, dann ist es dieser hier: „We are the Jewish Monkeys, we are demented, we are the Jewish Monkeys, we are fragmented“, singen – richtig – die Jewish Monkeys, und ergänzen wenige Sekunden später: „We are Darwins’s final solution, we are the jewish missing link of evolution.“ Außerdem sind sie, so behauptet die israelische Band, auch noch ängstlich und anmaßend, sie sind Banditen und Liebhaber, Söhne und Väter. Also, um das mal kurz zusammenzufassen: Die Jewish Monkeys sind alles. Und noch ein wenig mehr. Sie sind also sehr jüdisch, und es gelingt ihnen, diese fragmentierte Identität in einen einmaligen Popentwurf zu fassen.

Auch mit ihrem zweiten Album HIGH WORDS geben sie jeden Versuch, sie in eine Schublade zu pressen, der Lächerlichkeit preis. Klar, die musikalische Grundlage bleiben osteuropäische Rhythmen, aber die werden fusioniert mit einer Haltung aus dem Punk, der Melancholie des Klezmer und dem anarchischen Humor der Marx Brothers. So souverän wie durch die Genres surfen sie durch die Sprachen, Dialekte und Themen. In Jiddisch oder Englisch, mal akzentgefärbt, mal nicht, beklagen morsche Knochen („Alte Kacker“), warnen im Titelstück vor Demagogen und machen sich darüber lustig, mit welch einer absurden Mischung aus antisemitischen Vorurteilen und schlechtem Gewissen einem Juden bisweilen begegnet wird („Oy Brigitte“).

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