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Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi Das nullte Kapitel

Kreismusik/Soulfood (VÖ: 19.5.)

von

Wer braucht schon Knarren, wenn man einen Knall hat? Robert Gwisdek alias Käptn Peng – das hochbegabte Hibbelkind des Deutschrap – ist mit seiner surrealen Lyrik so allein auf weiter Flur, dass man noch immer nicht zu bezeichnen weiß, was er da mit seiner Band Die Tentakel von Delphi veranstaltet: Philosophen-Rap? Schmale-Hose-Hop? Immerhin: Der Mann „gebar sich selbst im Dichterdarm des Wörterwals“.

Nachdem er zuletzt den Soundtrack für Axel Ranischs Film „Alki Alki” lieferte, umarmt der Käptn auf seinem neuen Studioalbum DAS NULLTE KAPITEL erneut den Irrsinn. Garantiert keine Street Credibility, dafür Dada-Texte, Schizophrenie-Hymnen und Gedankenakrobatik. Als Akademikermusik kann man das sicherlich bezeichnen – als bemüht kritisieren nie. Denn Gwisdek kann es einfach, als Texter wie als Performer. Selbst wenn er im Track „Gelernt“ ein dezidiert feministisches Statement setzt, glückt ihm das lässiger als vielen Kollegen aus der Zeckenrap-Fraktion.

Dazu spielen die Tentakel von Delphi mit ihren handgezimmerten Instrumenten derart detailvernarrt und manisch-dynamisch auf, dass man in manchen Momenten – wie schon beim Vorgänger EXPEDITION INS O – erwägt, das Attribut partytauglich zu bemühen. Nur, dass Party im Peng-Land wahrscheinlich bedeutet, sich auf dem Weg zur Küche in der Milchstraße zu verirren. Oder beim luziden Träumen Rasputin zu exorzieren. Oder so. Sie wissen, worum es geht? Dann gute Reise mit dieser Platte.

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