Kala Brisella Ghost


Tapete/Indigo

von

Definiere Luxusproblem: So sehr verwöhnt wurde man zuletzt mit klugen, widerspenstigen Gitarrenalben aus Deutschland (cc: Die Nerven et al.), dass sich selbst ein tolles Werk wie GHOST, Kala Brisellas zweite Platte in nur zwei Jahren, an mächtiger Konkurrenz aus dem eigenen Genre messen lassen muss.

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Dabei spielt das Berliner Trio, das sich 2014 bei einer gemeinsamen Theaterproduktion in Freiburg kennenlernte, die Postpunk-Nummer in allen Nuancen kompetent durch: Da sind die schneidenden und einsam grollenden Gitarren, da ist vernebelte Dämmerstimmung und Kälte; dann wieder setzt die Band der soundgewordenen Entfremdung Augenblicke wohliger, kaputter Traurigkeit entgegen. Und ja, Kompliment: Diese herrliche Sperrmüllsofa-Melancholie bekommen fast nur Mutter so gut hin.

„King Of The Moon“, eines der besten Stücke, fährt neben galoppierenden Strokesgitarren ein paar Noisemomente auf, Jochen Hakers übergeschnappter Gesang sorgt für die nötige Portion Wahnsinn. Und doch fehlt einem das ultimative, das stichhaltige Argument dafür, hier mal wieder eine kluge, widerspenstige Gruppe zur neuen Band der Stunde auszurufen. Nölen auf hohem Niveau? Ist doch besser als auf niedrigem.

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