König Boris

DISNEYLAND AFTER DARK

Buback/Indigo (VÖ: 26.4.)

Abschied vom Fettes-Brot-Klamauk: Der Hamburger Rapper erkundet die Abgründe seiner Stadt.

Zum Schluss kommt das „ Beste“. So heißt jedenfalls der Song, mit dem König Boris seinen Neuanfang nach dem Ende von Fettes Brot beschließt. DISNEYLAND AFTER DARK ist das erste Soloalbum eines ehemaligen Brotes seit der Auflösung des Trios, und „ Beste“ ist eine Hymne auf Hamburg, aber eine düstere, in der die „armen Schlucker“ und die „Menschen aus Lampedusa“ eine Stimme bekommen und die „hohen Immobilienpreise“ beklagt werden.

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Auch ansonsten zieht sich überraschend viel Sozialtristesse durch die Texte: Während die Klamauk-Quo te gegen null geht, spricht Boris in eher ungelenken Raps von umso eindringlicheren Themen wie kaputten Beziehungen, prekären Lebensverhältnissen, Depressionen und immer wieder Drogen. Eine typisches Fettes-Brot-Lied hätte „Lieferservice“ werden können, aber auch die unerfüllte Liebe zur Lieferantin ist gar nicht komisch, sondern ziemlich tragisch.

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Musikalisch schließt Boris Lauterbach an sein erstes Soloalbum DER KÖNIG TANZT von 2012 an: Wieder stellt er sich auf den Dancefloor, aber diesmal orientiert er sich weniger an Techno und Pop-Entwürfen, sondern passend zu den Themen an britischen Grummlern wie The Streets oder Sleaford Mods. Die Beats sind harsch und ungelenk, sie künden fast noch eindringlicher als die Raps von der dunklen Realität dieses Landes, das in den Songs des Königs ständig auf der Suche nach dem nächsten Drogenexzess ist.

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