Luciano – Messenger

Während sich der Dancehall-Ragga im Anschluß an die Bogle-Manie des Jahres 1992 zusehends verselbständigte und mittlerweile dem Techno näher zu stehen scheint als dem Reggae, besann sich im Gegenzug der gemäßigte Reggae auf seine Roots und inszenierte ein Revival im Geiste der 70er, dessen Hauptprotagonist soeben sein neues Album vorlegt: Luciano. Innerhalb weniger Jahre hatte er es vom jamaikanischen Landjungen zur Leitfigur des neuen Roots-Reggae gebracht – mit seinem letztjährigen Album gar zum internationalen Star. Als solcher muß er nun ein internationales Publikum bedienen, was man gewöhnlich mit poppigen Arrangements, eingängigen Melodien und wohlausgewogenen Tempiwechseln tut – ein schwieriges Unterfangen für einen überzeugten Rasta, der seine Stimme normalerweise gegen Babylon erhebt. Lucianos neues Album will es allen Recht machen und befriedigt deshalb niemanden ganz. So lassen sich hier zwar einige sehr schöne Songs finden wie zum Beispiel Stücke wie ‚The Messenger‘ oder ‚How Can You‘, aber auch einige unsägliche Songs wie ‚Life‘ oder ‚Mama‘, denen man ihre Zugeständnisse an den anglo-amerikanischen Markt deutlich anmerkt. Mehr Mut zur Identität hätten hier gutgetan.

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