Luis Ake Liebe


Mansions and Millions (VÖ: 17.9.)

von

Reden wir nicht drumherum: Luis Ake ist Autoscooter-Poesie, irgendwo zwischen Pet Shop Boys und Blümchen. Also nicht Blümchensex-Soundtrack (obwohl: das vielleicht auch), sondern die „Boomerang“-Ikone aus den 90er-Jahren. „Ich empfehle, dass du weißt / Du bist meine Nummer eins“, nuschelt Luis Ake über Synthie-Gefunkel, als hätten wir schon ein paar Tetrapak zu viel Obstschnaps getrunken und uns eine Familienpackung Zuckerwatte um den Mund geschmiert beim Streifzug über die Kirmes. Allegorie für einen Sommer, der nie aufhört, wie Ake singt („Sommer“).

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Besser die Zeit genießen, denn irgendwann ist man dann doch der oder die Ex und muss den Umweg laufen („Umweg“), um nicht am Haus des einstigen significant other vorbeizulaufen. Schnief. Zwischendurch Planschen im Müggelsee, denn Ake ist ja nach seinem Debütalbum inzwischen nach Berlin gezogen.

In der Schmuseballade „Licht“ mausert sich Luis Ake zum deutschen George Michael. Die Texte schillern zwischen Dagobert
und Drangsal. Muss man mögen. Oder eben auch nicht. Aber dann entgeht einem viel Freude an der Kirmes, die sich Liebe nennt, mit Spiegelkabinett und Schießbuden und dem legendären Plüschherz-Greifautomat, mit dem man immer knapp danebengreift.


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