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Mark Lanegan & Duke Garwood With Animals 


Heavenly/[PIAS] Coop/  Rough Trade 

von

Wenn sonst noch jemand auf dieser Welt eine Platte wie diese aufgenommen haben könnte, dann wäre das wohl allein Nick Cave gewesen. Der Brite Duke Garwood, der hier mit Mark Lanegan so intensive Kreise zieht, hat WITH ANIMALS als „healing record“ beschrieben – für die Musiker und für das Publikum.

Das Album beginnt mit einem pochenden Heartbeat aus der Konserve, dazu kommt ein Wummerton aus Keyboards und Gitarre, es dauert knapp eine Minute, bis Mark Lanegan seinen Klagegesang anstimmt: „Save Me“. Die Musik spielt eigentlich zwischen den Tönen, sie gewinnt ihre Kraft durch die Pausen, die leeren Stellen, die Raum für den Nachklang in unseren Ohren schaffen, für das bisschen Seelenrettung, das wir noch suchen. WITH ANIMALS ist die zweite gemeinsame Arbeit von Lanegan, dem Ex-Screaming-Trees-Sänger und passionierten Bewahrer von Traditionen und Garwood, dem Experimental- und Minimal-Gitarristen, eine kraftvoll irrlichternde Blues- und Folk-Platte, die mit sparsamen Mitteln entstand. Manche Stücke ziehen nur auf Drum-Loops los, einmal pfeift Lanegan eine feine Melodie ins Dunkel, irgendwo wird eine Gitarre, rückwärts abgespielt.

Und aus dem Innenleben dieser Songs kann man die Geister von Jim Morrison und Jimi Hendrix tönen hören, sie haben gerade einen Weckruf für die Wiederbelebung des Blues gegeben. 

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