Melvins

A Walk With Love And Death

Ipecac/Rough Trade (VÖ: 7.7.)

Die Mitbegründer von Grunge, Sludge und Drone legen ihr Opus magnum vor. Nein, man kann dazu nicht tanzen. Wirklich nicht.

Die Melvins klingen bekanntlich wie ein mit Kieselsteinen beladener Lastwagen, der ungebremst eine Schotterpiste hinabrast. Hier klingen sie teilweise, als wäre der Lastwagen bereits über die Klippe ins Meer gestürzt und sinke nun ächzend und Blasen schlagend zum Grund. DEATH ist ein reguläres Studioalbum des Trios um Buzz Osborne und als solches – ein Brett. Zusammen mit LOVE, dem Soundtrack zu einem experimentellen Film von Jesse Nieminen, zeigt das Doppelalbum beide Seiten der Band. Hier das schlammige Gekloppe, mit dem sie einst dem Thrash Metal zeigten, wo der Hammer hängt. Dort die Freude am dystopischen Querklang, wie sie ihn früher bereits mit dem dunklen Drone von Brian Lustmord vermählten.

Ein Mahlstrom aus Riffs in Zeitlupe, verzerrten Stimmen aus dem Äther, explodierenden Drums und schrubbenden Bässen. Unterstützt von Teri Gender Bender (Les Butcherettes) und Joey Santiago (Pixies) entfalten die Melvins hier einen akustischen Horrorfilm. Wenn wir Pech haben, wechselt „King Buzzo“ so wie sein Kollege Rob Zombie das Fach und dreht bald nur noch Filme. Bis dahin lohnt ein Einlassen auf den vorliegenden Irrsinn.

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