Merz – Moi et mon camion

Normalerweise erklären wir keine Albumtitel. Aber bei Merz machen wir mal eine Ausnahme. Der britische Songwriter und Multiinstrumentalist hat seine neue CD nach der Speditionsfirma benannt, die schon mehrfach Umzüge für ihn organisiert hat, von Bristol nach Plymouth und zuletzt nach Bath. Gut, das sind jetzt keine Weltreisen, aber die Umzüge fanden während der Produktion eines einzigen Albums statt. Dieses wiederum wurde an verschiedenen Orten aufgenommen, von Peter Gabriels Real World Studio zog Merz in die Rockneid Studios in Wales, und eine Strophe eines Songs hat er auf Tape gespeichert, während er durch den Wald lief. Das ungewöhnliche Procedere, folgt man dem Künstler, soll den Songs mehr Seele verleihen. Es gibt Beiträge von den Earlies und Paul Hartnoll (TheOrbital), der für die Stücke „Malcolm“ und „Shun“ als Co-Autor verantwortlich zeichnet. Ja, und ein arbeitsloser Schauspieler aus Bath singt seltsame Background-Vocals und macht Vocoder-Geräusche. MOI ET MON CAMION ist trotz des schwer überschaubaren Inputs ein homogenes Album geworden. Über den schweren Themen spielt diese Musik mit einer becircenden Leichtigkeit, sie ist luftig, warm und echt. Was einigen dieser Songs überraschenderweise fehlt, ist das Potenzial, zu überraschen. Merz bleibt Merz: Qualitäts-Pop mit leicht sinfonischem Einschlag, garantiert ausgeruht. Man muss nur das richtige Speditionsunternehmen haben.

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