Metronomy Metronomy Forever


Because Music/Caroline/Universal (VÖ: 13.9.)

von

Joe Mount ist mit seiner Band Metronomy beides: der Kerl, der unfassbare Popsongs zimmert (wir erinnern uns immer noch gerne an „The Most Immaculate Haircut“ von 2014), und der Typ, der die Idee des Albums als geschlossene, in sich stimmige Arbeit schlafwandlerisch beherrscht (bestes Beispiel hierfür: das 2011 erschienene THE ENGLISH ­RIVIERA). Zuletzt, auf dem retrospektiven SUMMER 08, hatte man den Eindruck, dass sich diese beiden Kompetenzen gegenseitig Beine stellen würden.

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Insofern ist es eine gute Nachricht, dass er auf dem auf einem Hügel in England entstandenen METRONOMY FOREVER wieder an ersterem Handwerk interessiert zu sein scheint. So nutzt er verschiedene, nur scheinbar in der Vergangenheit verankerte Popmusiken wie Funk, Blue Eyed Soul, Bassmusik, sogar Indie-Rock als Ausgangsposition für kleine Pop-Miniaturen, die knapp, aber präzise gehalten sind; in denen an allen Ecken irgendetwas klingelt und kratzt und pulsiert und flötet und fetzt und gongt, aber am Ende meist die Melodie Meister bleibt.

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Neben dem bereits bekannten „Salted Caramel Ice Cream“ sind vor allem das synkopiert klöppelnde Kopfstimmen-Biest „Sex Emoji“ und „Insecurity“ zu nennen, ein Song, der eine Idee davon gibt, wie Blur heute klingen würden, wäre Damon Albarn weiter an der reinen Lehre des Popsongs interessiert gewesen. Die eigene Band-Geschichte zitiert er mit Interludes und Stücken wie dem tiefergelegten Progressive-Space-Brummer „Forever Is A Long Time“.

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