Michael Jackson Thriller 40


Legacy/Sony Music (VÖ: 18.11.)

von

Im Dezember 1982 sitzt die Autorin dieses Textes, 14-jährig, in der Küche der elterlichen Wohnung und hört Radio. Eigentlich bereits eingenommen von New Wave und den Anfängen der sogenannten „NDW“, hält es sie nicht länger auf dem Stuhl, als sie die ersten Takte von „Billie Jean“ hört. Zu unwiderstehlich, zu perfekt sind dieser Basslauf und dieser Rhythmus. Man mag sich kaum ausmalen, auf wie vielen Weihnachtswunschzetteln das Album damals gestanden haben mag.

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Das Gesamtpaket, geschnürt von Jackson und seinem genialen Produzenten Quincy Jones, hat sich seitdem selbst und immer wieder in die ganze Welt versendet, und zwar über 100 Millionen Mal. Acht Grammys und 500 Wochen in den US-Charts waren das Ergebnis von überbordendem Talent und der Investition in aufwendige Videoclips, wie man sie zuvor noch nicht gesehen hatte. Auf diesem Album gibt es einfach keinen Ausfall. Gut, bestimmte Sounds muten mittlerweile gestrig an, so manche Textzeile schmierig („Sie mag es, wie ich sie anstarre“ oder „Hübsches junges Ding“), aber da wir mit ähnlichen Ausfällen ja bis heute zu tun haben, muss auf anderer Ebene darüber diskutiert werden.

Jackson konnte seinen Erfolgsweg nach THRILLER fortsetzen, bevor er, gebeutelt von einem trotz allem einsamen und merkwürdigen Leben, 2009 verstarb. Was immer er auch verbrochen haben mag, wie immer er sich auch gefühlt haben mag, als HipHop zu regieren begann und er vom Thron gestoßen wurde – THRILLER bleibt. Das generationenübergreifende Meisterwerk erscheint als LP und Doppel-CD mit bislang unveröffentlichtem Bonus-Material.


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