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Mick Harvey Waves Of Anzac / The Journey


Mute/PIAS/Rough Trade (VÖ: 17.4.)

Die Stücke tragen Titel wie „Vietnam“, „The Cemetery“, „After The Bomb“ oder „Modern War“. Mick Harvey spielt Tasteninstrumente, Percussions und akustische Gitarre auf dem Album, an dem sich eine Vielzahl an Streichern beteiligte. Die Stimmung ist getragen, schwer, oft erdrückend.

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Damit bewegt sich WAVES OF ANZAC / THE JOURNEY auf der Fröhlichkeitsskala ungefähr dort, wo man auch die Tindersticks mit YPRES und deren Versuch, das Grauen des 1. Weltkrieges in Flandern in Töne zu fassen, findet. Tatsächlich existiert auch auf dem Harvey-Soundtrack eine Parallele zum ersten Weltenbrand, denn der TV-Film (ANZAC steht für Australian and New Zealand Army Corps) thematisiert die Familiengeschichte des nordirisch-neuseeländischen Schauspielers Sam Neill („Das Piano“, „Thor“). Die ist mit dem Armeekorps des British Empires verwoben, und Neill selber begibt sich in der 2015 erstmals ausgestrahlten Dokumentation „ANZAC: Tides Of Blood“ von Kriv Stenders auf Spurensuche.


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Der zweite Teil des Albums bewegt sich inhaltlich in eine völlig andere Richtung. THE JOURNEY besteht aus vier vorab als File veröffentlichten Tracks, aufgenommen mit dem Letter String Quartet. Die kammermusikalische Schwere bleibt, hinzu kommen Dramatik, etwas Gesang und dezente Rockelemente. Das erinnert manchmal an Yann Tiersen. Die Erlöse dieser Aufnahmen gehen an eine Organisation, die Flüchtlinge auf einer pazifischen, von Australien beaufsichtigten Koralleninsel unterstützt. Menschen, die festgehalten werden und nur weg wollen, wo andere ihren Traumurlaub machen.


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