Neil Young & Crazy Horse Colorado


Reprise/Warner (VÖ: 25.10.)

Eines Tages werden die Zehnerjahre als eine der kreativeren Schaffensperioden Neil Youngs verstanden werden. Neben viel Schrott hat er Meisterwerke wie LE NOISE (2010), PSYCHEDELIC PILL (2012) und PEACE TRAIL (2016) veröffentlicht. Die beiden Alben mit Crazy Horse aus der laufenden Dekade, AMERICANA und PSYCHEDELIC PILL, könnten gegensätzlicher nicht sein. Das erste eine Unverschämtheit an schlampigen Coverversionen von traditionellen Folk-Songs, das zweite ein Meisterwerk mit rumpelndem, brizzelndem, hochgradig elektrisierendem Folk­rock.

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COLORADO hat Young wieder mit seiner wahrscheinlich liebsten Begleitband aufgenommen, diesmal in neuer Besetzung. Neben Billy Talbot (Bass) und Ralph Molina (Schlagzeug) spielt Nils Lofgren, der Gitarrist Frank Sompedro ersetzt und nach 50 Jahren zum ersten Mal wieder auf einem Crazy-Horse-Album zu hören ist.

Das Album steht irgendwie in der Mitte zwischen Schrott und Meisterwerk. Schräge Mundharmonika, verzerrte Gitarren, das große Gerumpel – alles da. Nur hört sich vieles so an, als sollte hier lediglich ein Crazy-Horse-Gefühl erzeugt werden. Nicht wenige Melodien glaubt man von manch mediokrer Neil-Young-Platte zu kennen. Ein paar Songs sind dabei („She Showed Me Love“, „Help Me Lose My Mind“, „Milky Way“), die sofort auf die Best-of-Neil-Young-Songliste zu setzen sind.

Das Album wurde größtenteils live aufgenommen in einem Studio in den Rocky Mountains von Colorado. COLORADO als Albumtitel ist ein Sinnbild für die Verbundenheit des Künstlers (immer noch ein kanadischer Staatsbürger) mit der Idee und dem Land Amerika, das gerade dabei ist, von einem unberechenbaren Präsidenten kaputt gemacht zu werden.

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