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Noel Gallagher’s High Flying Birds Where The City Meets The Sky: Chasing Yesterday: The Remixes


Sour Mash/Indigo VÖ: 25. September 2015

von

In den 90ern, dem Goldenen Zeitalter der Single-CD, musste unglaublich viel Musik produziert werden, um die Spielzeit der in der Regel vier Stücke umfassenden Single-CD zu füllen. Mit einer einfachen B-Seite war es nicht mehr getan. Und so behalf man sich mit ideenlosen Remixes, Extended-, Instrumental- und, besonders unnötig: A-cappella-Versionen. Noel Gallagher machte damals nicht mit. Hielt Remixes konzeptionell für Quatsch. Er schrieb dann eben drei B-Seiten, die meistens der A-Seite in Nichts nachstanden (er griff ja oft auch gerne auf dieselben Akkorde zurück) und erspielte sich so den Ruf eines Genies.

Lediglich die stark limitierte Promo-12’’ von Oasis’ Slade-Cover „Cum On Feel The Noize“ wartete 1995 mit einem Remix auf, Brendany Lnychs überflüssigem „Lynchmob Beats Mix“ von „Champagne Supernova“. Bekam aber kaum jemand mit. Der erste „richtige“ Oasis-Remix erschien erst dreizehn Jahre später als B-Seite der Leadsingle aus dem letzten Album von Oasis: Die Chemical Brothers versuchten sich an „Falling Down“.

Das Vertrauen war gegeben, seit Gallagher Ende der 90er mit den Gebrüdern im Geiste die beiden Hits „Setting Sun“ und „Let Forever Be“ gelandet hatte. Bereits davor, 1996, hatte er zaghaft begonnen, seine Skepsis gegenüber der Remix-Idee mit einer Bearbeitung von Becks „Devil’s Haircut“ zu überwinden. Dass dieser Vorbehalt endgültig der Vergangenheit angehört, zeigt Gallagher nun mit einem elf Stücke starken Doppel-Vinyl-Album, das er seltsamerweise „EP“ nennt, voller Remixe seines zweiten Soloalbums CHASING YESTERDAY, der ohnehin experimentierfreudigsten Platte seines bisherigen Schaffens.

Der tanzbare „Psychemagic Rework“ von „The Right Stuff“ macht Spaß, der „David Holmes Rework“ von „The Girl With The X-Ray Eyes“ wurde von einem Kinderchor eingesungen. Der bereits vor einem Jahr veröffentlichte Andrew „Weatherall Remix“ von „In The Heat Of The Moment“ legt die „Blue Monday“-Inspiration des Originals frei. Der Rest sind erwart- und daher auch verzichtbare, meist sphärische Downtempo-Versionen, die sich der Oasis-Ultra ins Regal stellt und dann nie wieder anhört.


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