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Paul Weller Music From The Film Jawbone

Parlophone/Warner

von
Foto: Parlophone/Warner

Der britische Film „Jawbone“ handelt vom blut-, tränen- und schweißreichen Comeback eines Boxers und ist nicht nur deswegen sehenswert, weil Paul Weller einige Ideen zum Drehbuch beigesteuert hat. Er ist auch hörenswert, weil der in Ehren ergraute Modfather mit MUSIC FROM THE FILM JAWBONE den ersten Soundtrack seiner Karriere vorgelegt hat. Und der ist ein Hybrid im besten Sinne des Wortes.

Tracks wie „Jawbone“ oder „Jawbone Fighting“ sind skizzenhafte Instrumentals, in denen zu geisterhaften Streichern oder Keyboards bisweilen eine elektrische Gitarre dengelt und quengelt, als hätte Weller sich Neil Young und dessen improvisierten Score zu Jim Jarmusch’ „Dead Man“ zum Vorbild genommen. Umso überraschender sind Stücke wie „Bottle“ oder „The Ballad Of Jim McCabe“, zarter Folk, wie er sich zuletzt tief unter der Wut von WILD WOOD (1993) verborgen haben muss.

Herzstück aber ist „Jimmy/Blackout“, mit dem Weller erstmals seinen Fuß auf den dunklen Kontinent des Ambient setzt. Atmosphärische Feedbacks und Orchester laufen in Schlieren und Schleifen, ein verhallter Chor gibt die Melodie vor, erst nach fast 20 Minuten singt Weller eine bezaubernd schlichte Moritat. Hier traut sich der Meister, noch einmal Schüler zu sein – von Gavin Bryars oder Brian Eno. Beseelt.

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