PeterLicht Wenn wir alle anders sind 


Tapete/Indigo 

„Emotionale, auf zum letzten Verzicht! Die hinterfotzigen Systeme kommen jetzt ans Licht“. Wenn das jetzt nicht mal eine ziemlich klare Ansage zum globalen Wahnsinn ist, denkt man vielleicht noch in dem Moment, da PeterLicht seine Neufassung der „Internationale“ beginnt, die von dicht gemachten Grenzen, von Selbstzerstörung und dicklichen Gedichten handelt.

Doch kurz drauf springt dir der Hintersinn ins Gesicht und du möchtest diese und jene Zeile auf der Stelle noch mal hören, und nochmal im Piano-Pathos zurückfahren bis… So funktioniert das mit der Kunst, die der Dichterfürst unter Deutschlands Popmusikern uns seit Jahren zuspielt, so ging das mit dem Gassenhauer vom Ende des Kapitalismus, der 2006 erstmals in der Weltliteratur als Schlawiner beschrieben wurde.

Auf das Ende des Kapitalismus (der ja im Lied schon vorbei, vorbei war) könnten nun die Internationale und das Menschenrecht kommen, aber PeterLicht kommt lieber auf den Käse zu sprechen, der da ist, wenn die Probleme sich so ergeben im Leben, und die guten Nachrichten vom Konto, wenn was drauf ist.

Diese Alltagslyrik rutscht immer wieder auch ins Surreale oder trifft einen entschieden anarchischen Ton, mit dem der Künstler gegen den Beat oder den Wohlklang der akustischen Gitarre fährt. Im „Umentscheidungslied“ arbeitet die Autotune-Stimme gleich gegen sich selbst, und im „Liebeslied von unten“ beschwört der Sänger voller Emphase „die Option auf Veränderung“ – dieses Anders- und Weiter- und Die-Sachen-von-vorn-nach-hinten-Denken ist der rote Faden, der die Songsammlung bei maßvollen Soundinnovationen zusammenhält.

Auf nun zum letzten und besten Gedicht: „Borderliner aller Länder, grenzt euch ab und macht dicht. In den Zeiten nach dem Ende der Geschichte schmeckt die Suppe nicht“. 

Hier kann man „WENN WIR ALLE ANDERS SIND“ von PeterLicht bestellen.

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