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Portugal. The Man Woodstock

Atlantic/Warner (VÖ: 16.6.)

von
Foto: Atlantic/Warner (VÖ: 16.6.)

Die Legende vom verlorenen Album wird gerne erzählt, weil sie Bands als eigenwillig und unbeugsam darstellt: Wer die Studioarbeit mehrerer Monate über den Haufen werfen kann, kennt keine Kompromisse – das ist ein gutes Branding. Die Story zu WOODSTOCK, der achten Platte von Portugal. The Man, berichtet von einem schließlich auf dem Müll entsorgten Album namens GLOOMIN & DOOMIN, an dem die Gruppe so akribisch werkelte, dass sie die Lust verlor. Der Vater von Sänger John Gourley fragte seinen Sohn irgendwann, ob es nicht eigentlich die Aufgabe von Bands sei, Aufnahmen, an denen man arbeite, auch irgendwann zu veröffentlichen. Ruckzuck ging’s ins Studio, wenige Wochen später war aus dem Schatten der Problemplatte ein neues erwachsen.

Der Albumtitel WOODSTOCK ist ein kleiner Wink an Gourleys Dad, der auf dem Festival zu Gast war. Der Name soll aber auch zeigen, dass die Band mit Wurzeln in Alaska hier Politisches im Sinn hat: Pop zur Lage der Nation. „Number One“ startet sogar mit einem Sample des Woodstock-Veteranen Richie Havens, danach zieht das träge stampfende Psych-Electro-Soul-Stück jedoch in eine ganz andere Richtung. „Easy Tiger“ beginnt wie die Schlümpfe in Led-Zep-Laune, bevor der Song einen Modern-Rock-Hit simuliert – und zwar so gut, dass es ein solcher werden kann.

Die versprochenen politischen Inhalte spielen allerdings keine Rolle: Songs wie die brillante Single „Feel It Still“ oder das Neo-Glam-Stück „Live In The Moment“ sind pure Partymusik, „Tidal Wave“ klingt wie der Versuch, einen Welthit zu schreiben: simpel und spaßig. Woodstock ist hier schon sehr weit entfernt.

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