Savas & Sido Royal Bunker


Urban/Universal

Das Ding hätte richtig schief gehen können. Ist es aber nicht. Sido und Savas blühen miteinander richtig auf. Schon der Opener „Haste nich gesehen“ geht richtig rein, Track zwei, das albumtitelgebende „Royal Bunker“ ist ein Banger, der den Legendenstatus des ehemaligen Kreuzberger Cafés, in dem sich die Westberliner Altrapper die ersten Sporen verdienten, zementiert.

Die Beats auf dem Album sind eher Old als New School, was nicht anders zu erwarten war. Inhaltlich geht es fast nur darum, dass es Deutschrap ohne Sido und Savas nicht gäbe. Schön ist, wenn die beiden sich gegenseitig zitieren (Savas lässt „Bilder im Kopf“ entstehen, Sido „steppt ans Mic“ und „battlet dich in Shorts“) – Rap-Fans lieben so etwas.

In Interviews zum Album erzählt Sido ab und an lustige Geschichten aus seinen Anfängen, Savas war damals so etwas wie sein Idol. Gern hätte man solche Anekdoten auf dem Album gehört, leider bleibt trotz der Länge wenig Platz für echte Geschichten. Für die anhaltende Selbstbeweihräucherung sind 14 Songs einfach ein paar zu viele.

Zum Glück kommt ganz am Ende noch der Hit „Ganz normale Leute“, der einen für die Längen vorher entlohnt. Bei aller Kritik ist dieses Album besser als alles, was Savas und Sido in den vergangenen Jahren solo veröffentlicht haben. Für den ganz großen Wurf reicht es aber leider nicht, dafür fehlt die Genialität und vielleicht auch der eine große Überhit.

 


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