Sigrid Sucker Punch


Vertigo Berlin/Universal

Sigrid Solbakk Raabe ist ein unwahrscheinliches Pop-Phänomen: eine junge Frau aus einer norwegischen Kleinstadt mit Vorliebe für Jeans und T-Shirt, und dann ist da plötzlich dieser Megahit mit 50 Millionen Plays auf Spotify und YouTube: Mit „Don’t Kill My Vibe“ verband Sigrid 2017 feministisches Bewusstsein mit einem dieser riesenhaften, dramatischen Pop-Refrains, die alles in einem hellen Euphoriestrom wegspülen und die man zu Hause, wenn niemand zuhört, laut mitsingt.

Diese Refrains sind Sigrids Spezialität, ihre Superpower: groß und glänzend sind sie, wie der von „Sucker Punch“ mit seinen hochgepitchen Synthesizern und den wellenlinienartigen Gitarrenmelodien. Oder „Strangers“, wo über die romantisch vorbeiwehenden Mid-Tempo-Strophen ein Banger-Beat hereinbricht. Beides perfekte Radio-Hits für das Jahr 2019. Modern produziert, sensationell ansteckend, aber nie derb. Geschmeidig und größtenteils ohne Kanten und Brüche, aber nie ohne diesen Funken Soul, der dem Main­stream­pop dieser Tage oft fehlt.

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Dieser „Soul“ – das Gefühl, die Sympathie – kommt von der Interpretin selbst, die kluge Gedanken über das Frausein heutzutage in ihre Texte einbaut und deren Stimme hoch und klar und im nächsten Moment wunderbar heiser sein kann. Wenn schon Pop-Sternchen, dann dieses hier mit Jeans und ehrlicher Stimme!

Kooperation

Mit Stella Donnelly, Sasami, Howe Gelb und Ferris MC: Diese 10 Alben sind diese Woche erschienen
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