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Blackout Tuesday

Sophia Kennedy Sophia Kennedy


Pampa/Rough Trade

Gleich der Opener „Build Me A House“ ist ein schöner, kleiner Popsong – auf den ersten Blick etwas verschlafen, auf den zweiten exotisch in seinen verhuschten Disco-Ambitionen: hier ein federndes House-Piano, dort das helle Rasseln eines Tamburins, in der Ferne müde Trompeten. Gut, dass die aus Baltimore stammende und nach Hamburg übergesiedelte Kennedy nach dem Filmstudium doch noch bei der Musik gelandet ist. Zu verdanken haben wir das erstens Carsten „Erobique“ Meyer. Mit ihm entstand 2013 eine erste, sehr gute Single („Angel Lagoon“), die Kennedy als hiesige Vertreterin für jene Art Singer/Songwriter-Dance-Pop empfahl, die man von Nite Jewel oder Jessy Lanza kannte.

Und dann wäre da zweitens: DJ Koze. Auf dessen Label Pampa Records erscheint nun Kennedys Debüt. Mindes­tens eine Sache hat sie sich vom musikalischen Tausendsassa Koze abgeschaut: Für ihre Songs steckt sie die Finger gerne in Dutzende Stil- und Sound-Töpfe. Da sind Gesangsharmonien alter R’n’B-Balladen, leiernde Orgelmelodien, Dubstep-Versatzstücke, Streicher und kosmische Halleffekte. Mal klingen die Songs nach Sonne und tropischem Dunst, mal nach finsteren, nachtblauen Echokammern. Kennedy singt dazu mal mit einer schönen semiironischen Uneindeutigkeit vom 3-Uhr-nachts-Blues, blauen Pillen oder davon, wie das ist: „one foot in the business, the other still in bed“. Am ansteckendsten ist „Kimono Hill“ mit seinem vernebelten Trommel-Beat und dem „Uhuhuh-uhuhuuu“-Refrain.


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