Stella Sommer 13 Kinds Of Happiness


Affairs Of The Heart/Indigo/Believe

von

Nein, Stella Sommer will nicht zu unserer Party kommen. Vielleicht will sie noch nicht mal mit uns abhängen oder reden, denn Sommer ist nicht die nette Indie-Tante, die mal eben auf ein paar Bier und motivierende Aphorismen in der WG-Küche vorbeischaut. Zum Glück. Seit sie vor zwei Jahren mit POP & TOD I+II, dem Breitwandpop-Großwerk ihrer Band Die Heiterkeit, den Lo-Fi-Sound ihrer Anfangstage zu Grabe getragen hat, klingt Sommer wie nur wenige Künstler(innen) im kumpeligen deutschen Indie: konsequent unnahbar und artifiziell. Auf ihrem ersten Soloalbum führt sie diesen Ansatz in (überwiegend) englischer Sprache fort.

13 KINDS OF HAPPINESS versammelt zentnerschwere, eiseskalte oder zumindest anmutig kühle Lieder mit viel Hall, getragen von einer fast sakralen Andächtigkeit und Sommers Dark-Wave-tauglichem Alt. Nichts wirkt hingewurschtelt, alles strebt streng gen Zeitlosigkeit, woran Sommers Bandkollegen Philipp Wulf und Hanitra Wagner ebenso beteiligt
sind wie Pogo McCartney, der neben Wulf bei den Postpunk-Poeten Messer spielt. In „Birds Of The Night“ schaut gar Dirk von Lowtzow vorbei, Meister des feierlichen Gesangs. Sommer hat die Elite der deutschen Independentmusik versammelt, um ein Album aufzunehmen, das mit deutscher Independentmusik wunderbar wenig zu tun hat. Und so eine tanzt eben nicht auf allen Partys. 

🛒  Stella Sommer – 13 Kinds Of Happiness jetzt bei Amazon.de bestellen


ÄHNLICHE KRITIKEN

Stella Sommer :: Northern Dancer

Kammermusikalischer Folk-Noir: weise, beschwingt, tröstlich.

Diverse :: The Rick And Morty Soundtrack

Die Musik zur superguten Cartoon-Serie: Quatsch und Spaß, aber auch sehr viel Indie- und Dream-Pop-Traurigkeit.

Peluché :: Unforgettable

Einnehmend und soulful – wie wunderbare, etwas abseits des Hauptfeldes gelegene Popsongs aus Proberaum-Jams entstehen.


ÄHNLICHE ARTIKEL

Mit Oasis-Special, 90er-Buch, Stella Sommer und Tocotronic: Der neue Musikexpress ist da!

Wie Oasis vor 25 Jahren zur Supernova wurden, Wilco-Chef Jeff Tweedy über die Kunst, Songs zu schreiben, Tocotronic als Comic und alles, was Ihr über DDR-Punk wissen müsst – diese und weitere Themen im jetzt erschienenen Musikexpress 12/20.

Wie dieser Instagram-Star es in die „Wendy“ schaffte – Malte Zierden im Gespräch

Auf Instagram fiebern über 260.000 Leute darauf hin, dass ein erwachsener Mann es in in die Pferdezeitschrift „Wendy“ schafft. Eigentlich aber macht er lieber Indie-Mukke unter dem Namen „float.“. Ein Gespräch mit Fynn Kliemanns Buddy und Ex-Hurricane-Dean-Gitarrist Malte Zierden.

Erste Single als Trio: Maxïmo Park veröffentlichen „Child Of The Flatlands“

Es ist die erste Single der Band nach zwei Jahren.


„The Rewatchables“, „How Did This Get Made“ und Co.: Das sind die besten Film-Podcasts
Weiterlesen