Subway To Sally – Schrei

Bands wie diesen Berliner Radau-Brüdern und -Schwestern ist es zu verdanken, dass sich das Hardrock-Genre weiterentwickelt hat und nicht in den 70er Jahren bei Iron Maiden und Co. stehen geblieben ist. Im Falle von SubwayToSally führte die Reise ins Mittelalter – zu Kobolden, Hexenverbrennungen und Minnesängern. Ihren „Mittelalter-Metal“ haben sie auf bislang fünf Alben perfektioniert und auf 100 Konzerten pro Jahr in die HeadbangerÖffentlichkeit getragen. Was lag nun näher, als ein Live-Album unters Volk zu schmeißen? SCHREI ist vor allem eines: schnell, laut und druckvoll, wie es sich für ein Live-Opus gehört. Die überkochende Stimmung kommt zwar mühelos rüber, doch ihre Songs haben SubwayToSally nicht wesentlich gegenüber den Studio-Fassungen verändert. Warum also sollte man sich dieses Live-Album antun, das doch wesentlich schlechteren Sound bietet? Vielleicht, weil man hier alle wichtigen Songs auf einen Schlag findet: „Mephisto“, „Minne“ oder „Henkersbraut“ führen als böser Traum die Schattenseiten des Mittelalters vor. Grund genug für die Computerspiel-Profis von Eidos, die Berliner für den Soundtrack ihres nächsten Games „Dark Project“ zu verpflichten. Das erwarten wir doch gleich mit mehr Spannung als dieses Live-Lebenszeichen mit all den Metal-Gitarren, Geigen-Gefiedel und Drum-Gewittern, an dem allenfalls Einsteiger Gefallen finden. Oder eben die beinharten Fans.