Temples Volcano


Heavenly/[PIAS] Coop/Rough Trade

Man wüsste wirklich nur zu gerne, wie Noel Gallagher dieses Album wohl so findet. War es doch vor allem der niemals um gepfefferte Kritik verlegene Meister, der dem Debüt der Temples vor drei Jahren mit großer Begeisterung sein Placet gab. Das dürfte sich im Falle des Zweitlings VOLCANO möglicherweise etwas anders verhalten. Denn mit dem wendet sich das Quartett aus dem englischen Kettering nun mit derselben Radikalität dem Pop zu, mit der es auf SUN STRUCTURES noch präzise Sound-Archäologie in Sachen 60s, Byrds, Beat und Beatles betrieb – an sich natürlich kein Vergehen, man denke etwa an Tame Impalas überaus gelungenen Pop-Streich CURRENTS.

Zwar ist auf VOLCANO noch klar die DNA jenes Sounds auszumachen, mit dem sich Temples auf SUN STRUCTRES ins Tame-Impala-Fahrwasser hängten, und insbesondere mit Stücken wie „(I Wanna Be Your) Mirror“, „Open Air“ oder dem Instant-Kracher „Burn Into The Sunset“ gelingt ihnen auch eine musikalische Zusammenführung zwischen den 60s und dem cleaneren Pop-Zeitgeist dieser Tage. Dennoch drängt sich hier mitunter der Eindruck einer seltsam kontur- und kantenlosen Band auf, die von allem ein wenig zu viel will. Zu viel Synthie-Süße, zu viel hymnische Mitsing-Refrains, zu viel Geschmeidigkeit und Geschliffenheit. Die musikalische Überführung der psychedelischen Sechzigerjahre ins 21. Jahrhundert mag ein ehrenwertes Unterfangen sein – im Fall von VOLCANO fehlt es aber dann doch etwas an Tiefe unter der spiegelglatten Oberfläche.


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