THE BEATLES A Hard Day’s Night


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Auch wenn der Song „A Day In The Life“ 1964 noch Zukunftsmusik war, als Motto für den ersten Film der Beatles taugt er durchaus: Immerhin überzeichnet Regisseur Richard Lesters Mockumentary einen Tag im Leben der vier Liverpooler zu Zeiten der Beatlemania, Zeitdruck, Presseempfänge, TV-Auftritte und kreischende Teenies inklusive. Die Nebenhandlung um McCartneys renitenten Großvater ist fraglos albern, stört aber nicht wirklich, wenn man den Film als das betrachtet, was er ist und immer sein wollte: ein großer Spaß. Da verzeiht man sogar, dass beim Unterbringen der Musik ein mitunter eher taktisches Verhältnis
 zu den Gesetzen der Logik gepflegt wurde. Zwar nicht so eklatant wie bei zeitgenössischen Elvis-Filmen, doch wie und warum etwa „I Should Have Known Better“ im Eisenbahnwaggon erklingt, bleibt nebulös. Egal. Und zwar völlig. Zumal die Szene im fernen Los Angeles einen gewissen Roger McGuinn dazu inspirierte, sich wie George Harrison eine zwölfsaitige Rickenbacker-Gitarre zuzulegen, was, wie wir heute wissen,
 eine gute Entscheidung war.

Selbige trafen auch die Macher der DVD- und Blu-ray-Neuauflage, als sie neben die manisch heitere, deutsche Synchronfassung auch die englische Version dazupackten, bei Bedarf ergänzbar um deutsche Untertitel. Die Beatles zitierten im Original nämlich keine gut abgehangenen „Frau-Wirtin“-Reime und spielten auch nicht auf Günter Grass’ Roman „Die Blechtrommel“ an. Ehrlich. Und auf die Frage, wie er seine Frisur nennt, antwortete Harrison auch nicht „affig“, sondern „Arthur“. Kleiner Unterschied, nicht wahr? Die Existenz der Original-Tonspur in Stereo und 5.1. ist also schon mal ein großes Plus, für den größeren Geldbeutel gibt’s noch eine Special Edition mit Blu-ray und drei DVDs inklusive Trailer und allerlei Dokus.



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