Highlight: 13 Acts, die wir auch nach ihrem Mainstream-Durchbruch gut finden

The Raconteurs  Help Us Stranger 


Third Man/PIAS/Rough Trade (VÖ: 21.6.) 

Jack White sagt, er schreibe nie politische Lieder, doch es fällt schwer, HELP US STRANGER nicht aus dieser Perspektive zu betrachten. Der Fremde, der helfen soll – in Verbindung mit der auf grün geschalteten Ampel. Dazu ein Lied mit dem Titel „Thoughts And Prayers“, also der Phrase, die von Politikerinnen und Politikern zuverlässig genutzt wird, wenn in den USA mal wieder eine Schießerei Dutzende Menschenleben kostete, eine Änderung des Waffenrechts aber trotzdem keine Chance hat.

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Das Lied ist der Schlusspunkt des dritten Albums der Raconteurs, das nach langer Pause erscheint und ein Kapitel fortschreibt, das viele für abgeschlossen hielten – die Mitglieder der Band, die nicht Jack White heißen, inklusive. Dass die Rückkehr der Band sinnvoll ist, zeigt „Thoughts And Prayers“: Bei der Zusammenarbeit mit dem Power-Pop-Genie Brendan Benson findet Jack White eine Ruhe und Melodiefeinfühligkeit, die seinen letzten Platten fehlte. Der Mann kann verdammt gut Balladen singen! Und poppige Glam-Songs wie „Shine The Light On Me“ auch.

Auf der anderen Seite tut es den von Brendan Benson gesungenen Stücken gut, wenn die geschmackvollen Arrangements von Whites wilden Gitarren zerschossen werden,  zum Beispiel „Somedays (I Feel Like I’m Trying)“ und „Now That You’re Gone“. Der Kuhglockenbeller „What’s Yours Is Mine“ wäre bei Whites anderer Band The Dead Weather besser aufgehoben gewesen. Dafür gelingt die wirbelnde Donovan-Coverversion „Hey Gyp (Dig The Slowness)“ und gibt „Sunday Driver“ eine Ahnung davon, wie die Beatles geklungen hätten, wären sie in der Alternative Nation groß geworden. 

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