Thus Owls Turning Rocks


Secret City/Rough Trade

von

Nun haben diese Damen also auch Joy Division entdeckt. Die ersten Akkorde von „We’ve Seen Birds“ kennt man aus „Love Will Tear Us Apart“. Damit enden die Parallelen aber auch schon. Um im Bild des Songtitels zu bleiben: Das vierte Album der Smoke Fairies hört sich nach Vögelchen an, die enthusiasmiert das Nest verlassen. Zeit wird es. Nach ihrem Zweitwerk THROUGH LOW LIGHT AND TREES wurde Katherine Blamire und Jessica Davies eine tragende Rolle in der Szene zugetraut. Richard Hawley lobte sie, Laura Marling interviewte sie, und eine Single bei Jack Whites Label Third Man steht auch zu Buche.

Aber genauso schnell, wie Blamire und Davies aufgetaucht waren, verfingen sie sich auch wieder. Sie verloren ihren Plattendeal und sorgten sich um ihre schiere Existenz. Jetzt machen sie einiges etwas anders. An „Eclipse Them All“ merkt man, dass sie sich nicht mehr auf ihren Doppelgesang und recht derbe Blues-Gitarren verlassen wollen, wie es noch auf BLOOD SPEAKS von 2012 der Fall war. Dieses Mal werden Orgeln und Synthesizer eingebunden, die kräftig helfen, den Song zum melodischen Höhepunkt zu treiben.

„Shadow Inversions“ ist ein Flirt mit der Düsternis. Es wabert bedenklich, man vernimmt unangenehmes Knacksen im Gebälk, und auch sonst fühlt man sich dem Orkus nahe. Die von diesem Duo eigentlich erwartete Verschmelzung von britischem Folk und amerikanischem Rock? Ist noch vorhanden. Aber sie ist nicht mehr die einzige Kostbarkeit im Feenversteck.


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