Tori Amos

STRANGE LITTLE GIRLS

Rhino/Warner (VÖ: 27.3.)

Vinyl-Premiere mit Bonus-Tracks: Tori Amos unterzieht Pop-Songs von Männern über Frauen einem Perspektivwechsel.

Nach fünf Alben mit eigenen Songs übt sich Tori Amos zu Beginn des neuen Jahrtausends in einer beinahe revolutionären Geste: STRANGE LITTLE THINGS von 2001 ist eine Coverplatte, auf der sich Tori Amos von Männern geschriebene und eingespielte Lieder vornimmt, um die jeweilige Frauenperspektive herauszuarbeiten. Nicht mit Hilfe radikaler Umdeutungen, sondern anhand dezent anderer Betonungen oder ergänzender Melodiebögen, besonders gut nachzuhören bei ihrer Variante von Depeche Modes „Enjoy The Silence“ . Neben einigen Songs, auf die man hätte kommen können, wie „I’m Not In Love“ von 10CC, spielt Amos Unerklärliches wie „Raining Blood“ von Slayer oder „97 Bonnie & Clyde“ von Eminem, was eher interessant als gut klingt.

Super und wertvoll ist dagegen Amos’ „I Don’t Like Mondays“, ein Stück, das Bob Geldof über die wahre Story von Brenda Ann Spencer schrieb, die 1979 aus dem Fenster ihres Elternhauses heraus auf die gegenüberliegende Schule schoss. Dass Amos in ihrer Version als Spencer singt, bringt den wahren Horror auf den Punkt. Ein weiterer Höhepunkt ist ihre Version des Songs „Rattlesnakes“ von Lloyd Cole, geschrieben über ein Mädchen namens Jodie. Die zentrale Zeile erhält bei Amos eine noch größere Bedeutung: „It’s so hard to love / When love was your great disappointment.“

Youtube Placeholder

An dieser Stelle findest du Inhalte aus Youtube
Um mit Inhalten aus Sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Begleitet wird das Album von einer Fotoserie, die Amos als weibliche Hauptfigur der jeweiligen Songs zeigt. Das Album erscheint erstmals auf Vinyl, die Doppel-LP enthält vier Bonustracks, darunter Bruce Springsteens „Growin’ Up“ sowie ihre großartige Version von David Bowies dunklem Walzer „After All“.