Tsar B

THE WRITER

Tsar B/Believe (VÖ: 30.1.)

Glitchy R’n’B, der die dunkle Seite von Liebe und Begehren erforscht.

Wie fühlt sich Liebe an, wenn die Welt vor die Hunde geht? Solche Fragen erörtert Tsar B, eigentlich Justine Bourgeus, auf ihrem nunmehr dritten Album. Die Künstlerin aus Belgien, die sonst auch als Filmkomponistin und Produzentin arbeitet, klingt dabei so herrlich verzweifelt, von Begehren zerfressen und ausladend, dass man gar nicht umhin kommt, mit ihr mitzufühlen.

Apokalyptischer R’n’B-Pop für die Gegenwart

THE WRITER erzählt davon, wie sich Tsar B erst in die Worte eines Autors verliebt, und dann irgendwann auch in den Autor selbst. Ist das eine Erzählung oder die wahre Entstehungsgeschichte? Eigentlich völlig egal, denn die glitchy Pop-Perlen und experimentellen Kompositionen, die Tsar B aus der Erzählung schafft, stehen für sich. Da wäre etwa das instrumentale Intro, „Opening Scene“, mit einer düster hinter Synthesizer-Nebel tönenden Orgel.

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Oder das erst minimalistische „Symphony“, das dann die ganz großen Streicher auffährt, die nervöse Single „Amor“ oder das schwelgerische „Mrs. Impatience“. Am stärksten ist Tsar B, wenn sie ihr Händchen für das Spiel mit Minimalismus und Maximalismus zeigt, wie zum Beispiel bei „Into You“ – oder dem fast, aber nur fast, schon zu süßen Bryan-Adams-Cover „Heaven“. Apokalyptischer R’n’B-Pop für die Gegenwart.

Diese Review erscheint im Musikexpress 2/2026.