Neue Podcast-Folge: „Die Streifenpolizei“ über die Favoriten der Oscar-Verleihung

Musikexpress exklusive Kraftwerk Vinyl in Ausgabe 04-19

White Lies Friends


Infectious/[PIAS] Coop/ Rough Trade

„I’m in love with a feeling“, singt Harry McVeigh im ersten Song dieses Albums. Es handelt sich beim Feeling natürlich um unglückliche Liebe, und um sicherzustellen, dass man das auch kapiert, wiederholt er diese Aussage vielfach. „Take It Out On Me“ ist eines dieser Lieder, die quasi nur aus einem Refrain bestehen, der sich dafür variabler Begleitungen unterzieht. Mal dengelt die Gitarre powermäßig herum, mal hören wir ölteppichunangenehme Synthieflächen, dazu treibt der Bass und hallt das Schlagzeug.

Dieser Sound ist keine allzu große Überraschung, sondern jener, für den White Lies bekannt sind: Auch auf ihrer dritten Platte geben sie sich noch wie drei junge Bengel, die nachts das Ladenfenster des Eighties-Bedarfshandels eingeschlagen haben, um schnell, bevor die Polizei kommt, soviel Ware in einen großen Sack zu packen, wie es nur geht. Einer ähnlichen Herangehensweise bedienen sich die Editors, sie hat im englischsprachigen Pop eine lange Tradition, ebenso wie die Suche nach dem größtmöglichen Refrain, die indes hier mit immergleichen Mitteln bewerkstelligt wird.

White Lies sind eine Viel-hilft-viel-Band. Kann sein, dass „Hold Back Your Love“ eigentlich ein tolles Stück Musik ist. Es wird aber leider mit so viel Synthie-Soße übergossen, dass es zum Klangklumpen wird. „Summer Didn’t Change A Thing“ gibt sich eingangs als solider Powerpop der Cars-Schule, bevor auch hier nach eineinhalb Minuten die Stadiongitarren alles zersägen. Irgendwie schade, aber eigentlich auch egal.

Kooperation

Mit Beirut, Cherry Glazerr, Girlpool und Moritz Krämer: 14 neue Alben, die diese Woche erschienen sind
Weiterlesen