Xenia Rubinos Una Rosa


Anti/Indigo (VÖ: 15.10.)

von

UNA ROSA einen wilden Ritt zu nennen, ist noch stark untertrieben angesichts der vor verschiedenen Stilen, Rhythmen und Geschichten schier überbordenden 14-Track- Sammlung, die der Soundtrack eines noch zu drehenden Almodovar-Films sein könnte. Die cineastische Anmutung kommt nicht von ungefähr: Xenia Rubinos konzipierte vor den Studioaufnahmen alle Songs zunächst visuell und nahm alle Tracks in einem Take auf, um sie später zu bearbeiten. Woran sie offensichtlich großen Spaß hatte: Einige Songs sind wahre Auto-Tune-Festspiele, Rubinos dehnt und verzerrt ihre Stimme bis ins Groteske, appliziert Straßenlärm, Gewehrschüsse und tausenderlei Effekte – und schüttelt Hits wie „Working All The Time“ scheinbar aus dem Ärmel.

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Das zweite Full-Length-Album (nach BLACK TERRY CAT von 2016) der amerikanischen Musikerin bezieht sich stark auf Rubinos’ kubanische und puertorikanische Wurzeln, mixt Clave- und Salsa-Rhythmik mit R’n’B, Jazz, funky Beats und balladesker Dramatik. UNA ROSA ist in die aggressivere „Red“- und die kontemplative „Blue“-Seite aufgeteilt: Der emotionale Titelsong beispielsweise ist Rubinos’ persönliche Interpretation eines Stücks des Komponisten José Enrique Pedreira, garniert mit Electrosounds und HipHop-Beats. Auch „Did My Best“ schwelgt tief in Emotionen, während „Who Shot Ya?“ eine knallharte Anklage gegen Polizeigewalt ist. Am eigenen Leib erfahrenen Rassismus thematisiert sie in „Don’t Put Me In Red“ – weil Bühnentechniker sie so gern in schwülstigem „Latina Lighting“ ausleuchten.


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