Tod von Rob und Michele Reiner: Gerichtsmedizin nennt Todesursache
Die Gerichtsmedizin bestätigt Stichverletzungen als Todesursache von Rob und Michele Reiner. Sohn Nick Reiner ist wegen zweifachen Mordes angeklagt.
Nach der Festnahme von Nick Reiner im Zusammenhang mit dem Tod seiner Eltern Rob und Michele Reiner hat die Gerichtsmedizin des Los Angeles County die offizielle Todesursache bekannt gegeben. Wie mehrere US-Medien übereinstimmend berichten, starben beide an Stichverletzungen. Laut Gerichtsmedizin erlagen Rob und Michele Reiner multiplen Verletzungen, die durch Gewalteinwirkung mit einem scharfen Gegenstand verursacht wurden. In beiden Fällen handelt es sich demnach eindeutig um Tötungsdelikte. Weitere Details zum genauen Tatablauf oder zur verwendeten Tatwaffe wurden bislang nicht veröffentlicht.
Leichenfund in Brentwood und Festnahme des Sohnes
Die Polizei hatte Rob Reiner und seine Ehefrau Michele am Sonntag, 14. Dezember, tot in ihrem Wohnhaus im Stadtteil Brentwood in Los Angeles aufgefunden. Die Leichen wurden von der Tochter Romy Reiner entdeckt. Sie informierte die Polizei und gab direkt an, dass ihr Bruder bei den Eltern gelebt habe, als potenziell gefährlich eingeschätzt werde und deshalb als Verdächtiger in Betracht gezogen werden sollte. Nach dem Fund der Leichen wurde ihr 32 Jahre alter Sohn Nick Reiner im Exposition Park nahe der University of Southern California festgenommen. Die Festnahme verlief nach Angaben der Behörden ohne Widerstand.
Anklage wegen zweifachen Mordes und erste Gerichtsanhörung
Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage wegen zweifachen Mordes gegen Nick Reiner, der sich derzeit in Untersuchungshaft befindet. Im Falle einer Verurteilung droht ihm eine lebenslange Haftstrafe, unter Umständen auch die Todesstrafe. Eine Vollstreckung dieser erscheint aber aufgrund des seit 2019 geltenden Moratoriums im Bundesstaat Kalifornien als unwahrscheinlich. Am 17. Dezember erschien der 32-Jährige erstmals vor Gericht. Zu den Vorwürfen äußerte er sich nicht. Sein Anwalt Alan Jackson erklärte, es sei noch „zu früh“, eine Erklärung zur Schuld- oder Unschuldsfrage abzugeben. Der nächste Gerichtstermin wurde auf den 7. Januar angesetzt. Jackson sprach von komplexen rechtlichen und tatsächlichen Herausforderungen in dem Verfahren und rief Medien sowie Öffentlichkeit zu Zurückhaltung bei der Bewertung des Falls auf.
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Verteidiger mit prominenten Mandaten
Nick Reiners Anwalt Alan Jackson gilt als einer der bekanntesten Strafverteidiger in Los Angeles. Jackson übernahm in der Vergangenheit unter anderem die Verteidigung des ehemaligen Filmproduzenten Harvey Weinstein sowie des Schauspielers Kevin Spacey. Zuletzt erreichte er im Juni 2025 den Freispruch von Karen Read, die wegen Mordes zweiten Grades und Totschlags an ihren Ehemann angeklagt gewesen war. Jackson ist ehemaliger Offizier der US-Luftwaffe, lehrt an den juristischen Fakultäten der Universitäten Pepperdine und Loyola und tritt regelmäßig als Rechtsexperte in US-Nachrichtensendungen auf. Wegen seines „Broken System“-Narrativs und seiner aggressiven Prozessführung steht der Anwalt regelmäßig in der Kritik. Auf seiner Webseite verspricht er eine 96-prozentige Erfolgsquote.
Hinweise auf familiäre Konflikte
Medienberichte deuten auf Spannungen innerhalb der Familie hin. Quellen bestätigten dem „Rolling Stone“, dass Nick Reiner auf der Weihnachtsfeier des Talkshow-Moderators Conan O’Brien durch unangenehmes Verhalten aufgefallen sein soll. Zuvor hatte „TMZ“ berichtet, es sei dort zu einem lauten Streit zwischen Nick Reiner und seinem Vater Rob Reiner gekommen, woraufhin Rob und Michele Reiner die Veranstaltung verlassen hätten. Zudem berichteten mehrere Medien, dass das Verhältnis zwischen Nick Reiner und seinen Eltern über Jahre schwierig und durch seine Suchtprobleme belastet gewesen sei. Eine zeitweise Annäherung hatte es durch die gemeinsame Arbeit am Film „Being Charlie“ gegeben.
Stellungnahme der Geschwister
Jake und Romy Reiner äußerten sich in einer gemeinsamen Erklärung zum Tod ihrer Eltern. Der Verlust sei schwerwiegend und kaum in Worte zu fassen, teilten sie mit. „Sie waren nicht nur unsere Eltern, sie waren unsere besten Freunde.“ Erst vor zwei Wochen teilte Romy Reiner Bilder aus einem gemeinsamen Urlaub auf Instagram mit den Worten: „Dankbar für Familie“.





