Samra erklärt Festnahme in Thailand: „Das ist für mich keine Droge“

Im Video-Statement schildert Samra die Verhaftung, die Nacht in der Zelle und das Urteil.

Die Festnahme von Samra, bürgerlich Hussein Akkouche, hat Mitte Februar 2026 bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Medien berichteten, der 29-Jährige sei in Thailand festgenommen worden. Nun äußerte sich der Musiker in einem ausführlichen YouTube-Statement selbst dazu und schilderte seine Sicht der Ereignisse.

Das veröffentlichte Video ist wie eine Interviewsituation aufgebaut. Vor einem grauen Fotohintergrund sitzt der Musiker auf einem Stuhl; zeitweise sind auch seine Ehefrau sowie YouTube-Kollege Denizon vor der Kamera zu sehen. Dramatische Musik und ein emotionales Intro leiten das Statement ein. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie es zu der Verhaftung kommen konnte – sowie der damit einhergehende Vorwurf, bei ihm seien Betäubungsmittel gefunden worden.

Weder im Nachtclub noch auf Ketamin

Zu Beginn weist Samra Spekulationen über einen möglichen Drogen-Rückfall entschieden zurück. Offen spricht er über seine Vergangenheit: „Jeder weiß, dass ich einer der größten Künstler Deutschlands bin und mal der größte Junkie Deutschlands war“ – betont jedoch, seit längerer Zeit clean zu sein.

Entgegen kursierender Gerüchten sei er am Abend der Polizei-Kontrolle nicht in einem Club gewesen: „Ich war weder im Nachtclub, noch war ich auf Keta oder hatte Keta dabei“ – er habe eigenen Angaben zufolge lediglich mit Freunden vor einem 7/11-Store „Kippen geraucht, Cornflakes gegessen, Kaffee getrunken und Fußball gespielt“.

Später sei er mit einem Roller auf dem Heimweg gewesen, als ihn die Polizei kontrollierte. Zunächst habe er sich keine Sorgen gemacht, da Verkehrskontrollen für ihn in Thailand nichts Ungewöhnliches wären. Aus früheren Erfahrungen habe er angenommen, dass sich die Situation schnell klären würde.

Medikament statt Droge?

Bei der Kontrolle fand ein Beamter Alprazolam in seiner Tasche. Dazu erklärt Samra: „Alprazolam ist ein Medikament, was ich vom Arzt verschrieben kriege gegen Angststörungen und Panikattacken“.

Zum Verständnis: Alprazolam ist ein verschreibungspflichtiges Benzodiazepin, das unter anderem unter dem Handelsnamen Xanax bekannt ist. Es wirkt beruhigend und angstlösend, besitzt jedoch ein hohes Abhängigkeitspotenzial. Auch bei therapeutischer Anwendung kann sich bei längerer Einnahme eine körperliche und psychische Abhängigkeit entwickeln. In der Deutschrapszene taucht Xanax seit Jahren in Songtexten auf – häufig als Symbol für Betäubung, Eskapismus oder den Umgang mit psychischem Druck. Diese Verharmlosung steht im starken Kontrast zu den medizinischen Risiken, zu denen neben Sucht auch Gedächtnisstörungen, Entzugserscheinungen und gefährliche Wechselwirkungen zählen.

Nach Samras Darstellung habe sich die Situation nach der Alprazolam-Entdeckung zugespitzt: „Das wird in Thailand anscheinend als Droge eingestuft. Ich wusste das doch gar nicht. Für mich ist das keine Droge.“

Laut eigener Aussage wurde ihm erklärt, das Medikament falle unter Betäubungsmittel der Kategorie zwei. Einen ärztlichen Nachweis habe er vorgelegt – digital auf seinem Handy. Das habe jedoch nicht ausgereicht: „Ich bräuchte das ärztliche Attest für diese Medikamente – habe ich ihm gesagt, kein Problem, habe ich auf dem Handy, habe ich ihm gezeigt – hat er gesagt, nein, auf Thailändisch.“

Sein Anwalt habe daraufhin Kontakt mit seinem Arzt aufgenommen und ein Dokument auf Thailändisch übermitteln lassen. Dennoch sei er zunächst festgehalten worden: „Ich war für zwei Stunden an diesem Tisch. Ich durfte mich nicht bewegen. Ich wollte meine Frau anrufen, durfte ich nicht. Meine Frau hat angerufen, ich bin einmal rangegangen – haben mir direkt wieder Handschellen rangemacht.“

Eine Nacht in der Zelle und hohe Kosten

Schließlich sei er in eine Zelle gebracht worden: „Dann musste ich in den Bunker, ins Gefängnis, wo ich erstmal einen Tag verbringen musste.“ Die Haftbedingungen beschreibt er wie folgt: „fünf Quadratmeter mit acht Insassen und ich war der neunte“.

Seine Ehefrau berichtet in dem Videoclip von ihrer Angst und der Ungewissheit während seiner Festhaltung. Auch Denizon schildert, wie schockiert er von den Gefängniszuständen gewesen sei und dass er in engem Austausch mit Samras Frau gestanden habe.

Nach eigenen Angaben wurde er zehn Stunden später aus der Zelle geholt und musste zunächst zahlen: „Aber der Spuk war noch nicht zu Ende.“ Am Nachmittag habe er erneut zur Polizeizentrale gemusst, um Dokumente zu unterschreiben. Er habe rund 4.000 Euro gezahlt, um eine Nacht zu Hause verbringen zu können, bevor es am nächsten Tag vor Gericht ging.

Über den Richter äußert sich Samra positiv: „Das Beste, was ich da in diesen ganzen Tagen erlebt habe, ist der Richter, der mich da verurteilt hat. Weil der war der fairste.“ Das Urteil: „Ihre Strafe sind 8.000 Baht, umgerechnet vielleicht 200 Euro, vier Monate Bewährung in Thailand und Abschiebung.“

Auf die Frage, wie das Gerichtsverfahren so schnell stattfinden konnte, erklärt der Rapper, er hätte eigentlich drei bis sechs Monate im Land bleiben müssen: „Dafür hat man dann viel Geld gezahlt, damit man das nicht erleben muss.“

Weitere Vorwürfe

Darüber hinaus erhebt Samra Vorwürfe gegen die Beamten. Auf dem Revier hätten zwei Deutsche ein Foto mit ihm machen wollen, woraufhin die Polizei recherchiert habe, wer er sei: „Die wollten ein Foto mit mir, dann hat die thailändische Polizei gefragt, wer das ist – dann haben die meinen Instagram-Account gezeigt. Dann haben die, während ich da bei denen auf der Zentrale war, meinen Namen in YouTube eingegeben und haben sich gedacht, okay, das ist eine Person des öffentlichen Lebens, das ein Rapper – der hat Geld.“

Ob diese Vorwürfe zutreffen, ist bislang nicht unabhängig bestätigt.

Deutlicher Appell an Reisende

Zum Abschluss richtet Samra einen Appell an Reisende: „Wenn ihr irgendwelche Medikamente mit ins Ausland nehmt, informiert euch vorher. Fragt euren Arzt vorher, nehmt die Rezepte mit, meldet die Medikamente am Flughafen an. Viele haben Angststörungen, Panikattacken, Diabetiker, Epileptiker – informiert euch vorher, damit ihr nicht in so eine Situation lauft. Weil ich bin auch nur da rausgekommen, weil ich ein starkes Team hinter mir habe.“