Seit 25 Jahren schenkt Jonathan Richman der Welt skurrile Pop-Perlen -— zum Star reichte es bis heute trotzdem nicht

Was ist dieser Kerl? Das letzte verkannte Genie? Ein Schelm? Ein durchgeknallter Melancholiker?

Fragen über Fragen, doch keine einzige Antwort wird diesem Mann gerecht. Denn Jonathan Richman, so sein Name, bildet einen eigenen, verrückten Mikrokosmos, der sich pausenlos um sich selbst dreht und dabei ebenso verrückte kleine Songs ausspuckt. Lieder, die jenen Menschen, die im selben Moment lachen und eine kleine Träne abdrücken können, das höchste Glück auf Erden bescheren. Allzu viele von dieser Spezies scheint es jedoch nicht zu geben. Denn Richmann schreibt, selbstredend fernab von irgendwelchen Trends, seit über 25 Jahren tragigkomische Pop-Perlen, die er mit näselnder Stimme intoniert – und kaum einer schert sich drum. „Macht nichts“, nuschelt der 45jährige aus Boston, „weil mir überhaupt nichts etwas ausmacht. Ich komponiere Lieder, weiß nicht genau warum und singe und spiele sie weil es für mich sonst nicht viel zu tun gibt. Mal ehrlich, wer will schon ernsthaft ein richtiger Star sein? So ein Leben ist doch viel zu anstrengend.“ Richmans Plattenfirma allerdings ist da ganz anderer Auffassung. Sie möchte dem sensiblen Sonderling doch noch zu spätem Ruhm verhelfen und veröffentlicht nun die CD ‚Surrender To Jonathan‘, eine Sammlung alter und neuer Songs, die kaum einer kennt, aber jeder lieben sollte.

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