Soundgarden


Vier Männer hantieren an ihren Instrumenten. Der eine verprügelt schwitzend sein Drumkit, ein zweiter fegt – den fragil wirkenden Höfner-Violin-Baß am Knie – mit hoch erhobenem Kopf und aggressivem Vogelblick über die Bühne, ein dritter, in Gestus und Optik an Balou den Bären gemahnend, bedient bedächtig seine Gitarre, während der vierte im Bunde mit verzerrtem Gesicht und glasigen Augen in ein Mikrofon vokaliert. Dazu donnert aus riesigen Boxen mit alledem scheinbar nicht in Zusammenhang stehender, ohrenbetäubender Lärm. Willkommen beim Soundgarden-Konzert. Zwar kündeten Berichte aus anderen Teilen der Republik im Zuge der diesjährigen Deutschland-Tour der Band vom einen oder anderen Form-Hoch. Was sich jedoch an diesem Montagabend im Münchener Zenith zutrug, wankte hart am Rand der Erträglichkeit. Fest steht: der Mischpult-Meister von Soundgarden ist taub. Bei den letztjährigen Konzerten mit den vergleichsweise eingängigen Songs von ‚Superunknown‘ war dieser Umstand noch „nur“ ärgerlich, das schwerverdauliche, trocken-archaische Material des neuen Albums ‚Down On The Upside‘ wird live jedoch schlichtweg entwertet, so undifferenzierbar ist der Matsch. Es stimmt schon bedenklich, wenn zu den besten Momenten eines Soundgarden-Konzertes eine im Grunde völlig unbefriedigende, aber wenigstens mal nicht im Klang-Quark versinkende Cornell-LoFi-Soloversion von ‚Black Hole Sun‘ zählt. Soundgarden – definitiv ein Fall für die Stereoanlage.