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„South Park“ zieht ins Stadion ein: NFL-Team füllt leere Tribünen mit Papp-Figuren

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Nicht nur Musiker*innen müssen zurzeit bei ihren Konzerten auf gefüllte Hallen verzichten. Auch Sport-Events finden oftmals vor leeren oder nur sporadisch besetzten Tribünen statt. So füllen sich auch die Stadien der Bundesliga momentan nicht wie gewohnt, in der Regel sind 20 Prozent Auslastung der eigentlich verfügbaren Kapazität zugelassen.

Ähnlich sieht es auch in den USA aus. Dort macht sich die andauernde Pandemie natürlich auch bei den derzeit stattfindenden Football-Spielen bemerkbar. Während einige Teams gar kein Publikum zulassen, erlauben andere eine begrenzte Anzahl. Und wieder andere suchen nach ganz neuen, kreativen Möglichkeiten, um mit den Beschränkungen umzugehen. Zu letzteren gehören die Denver Broncos.

Maskierte „South Park“-Figuren füllen das Stadion – und stehlen ihrem Team fast die Show

Diese ließen bei ihrem Spiel gegen die Tampa Bay Buccaneers am vergangenen Sonntag rund 5.7000 Zuschauer*innen ins Stadion einziehen. Doch diese Fans aus Fleisch und Blut waren nicht die einzigen, die auf den Rängen Platz nahmen. Die Broncos machten nämlich aus der Not eine Tugend und beherbergten auf den übrigen Plätzen die gesamte „South Park“-Besetzung.

Die Figuren nahmen in Form von bunten Papp-Aufstellern Platz und stahlen so beinahe den Sportlern die Show. Die Serien-Charakter hatten sich sogar coronakonform in Schale geworfen und waren allesamt mit Masken ausgestattet. Dennoch erfüllten sie ihre Vorbildfunktion nur bedingt: Dicht an dicht reihten sie sich über- und nebeneinander, keine Spur von Mindestabstand. Doch irgendwie musste ja jede einzelne Figur der Serie Platz finden. Denn laut Broncos-Reporter Benjamin Albright waren tatsächlich alle Bewohner von „South Park“ vertreten.

Wie auch die anderen 5.700 Fans mussten die Pappfiguren am Sonntag übrigens gnadenlos mit ansehen, wie die Helden ihrer Heimatstadt von den Buccaneers mit 28:10 geschlagen wurden.

„South Park“ und die Denver Broncos: Keine heimliche Liebe

Es ist keine allzu große Überraschung, dass ausgerechnet die Denver Broncos sich über die Unterstützung der Zeichentrick-Figuren freuen dürfen. „South Park“-Erfinder Trey Parker und Matt Stone sind stolze Broncos-Fans, die auch in der Serie nie ein Geheimnis aus ihrer Liebe zu dem NFL-Team machten. Parker und Stone lernten sich während ihres Studiums an der University of Colorado kennen. Auch die Animations-Serie spielt im Denver-Bundesstaat Colorado. Da ergibt es natürlich Sinn, dass die Bewohner*innen der fiktionalen Stadt ebenfalls allesamt Broncos-Fans sind.

Corona hat auch „South Park“ erreicht

Hinzu kommt, dass es sich bei dieser Form des Supports vermutlich nicht nur um reinen Altruismus handelt. Schließlich sind die vielfach geteilten Fotos und Videos der Pappfigur-Parade auch eine gute PR-Maßnahme, um auf eine bevorstehende „South Park“-Sondersendung aufmerksam zu machen. Am Mittwoch, den 30. September, wird auf dem US-amerikanischen Sender Comedy Central nämlich eine einstündige Folge mit dem Titel „The Pandemic Special“ ausgestrahlt. Das Football-Spiel war wohl nur der Auftakt, der zeigt, wie die Bewohner*innen von „South Park“ mit der neuen Situation angesichts der COVID-Pandemie umgehen.


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