Spike Lee verkündet nächstes Projekt: Ein Viagra-Musical

von

Als Kind spielte US-Regisseur Spike Lee viel lieber mit seinen Freunden auf der Straße statt mit seiner Mutter ins Kino zu gehen. Auch von Musicals hielt er damals nicht viel. Gegenüber „Variety“ erklärte er: „Ich wollte keinen kitschigen Menschen beim Singen und Tanzen zusehen.“ Doch inzwischen haben sich die Dinge mächtig geändert – schließlich avancierte er selbst zum essentiellen Teil des Filmbusiness‘ und sein nächstes Werk wird auch noch ein Musical. Aber das ist längst nicht alles …

Seit Jahrzehnten dreht er Filme, vor allem gegen Rassismus – von „Do The Right Thing“ bis hin zu „BlackKkKlansman“. In seinem nächsten Projekt will Lee sich nun jedoch mal einem ganz anderen Thema zuwenden: den Erektionsstörungen. Ganz konkret stellt sich der Filmemacher ein Viagra-Musical vor. Und ein Werk, in dem die Darsteller:innen über die blaue Potenzpille, die 1998 auf den Markt kam, singen und tanzen, könnte mindestens genauso kontrovers diskutiert werden wie sein bisheriges Oeuvre.

Zumindest auf dem Gebiet der musikalischen Filmeinlagen hat er bereits Expertise: Schon für sein Revue-artiges „Chi-raq“ (von 2016) experimentierte Spike Lee mit Musical-Elementen. 2009 filmte er außerdem die preisgekrönte Broadway-Produktion „Passing Strange“ für das TV ab. Stew Stewart und Heidi Rodewald waren die damaligen Produzent:innen, heute steuern sie sogar die Musik zum geplanten Streifen vom Kult-Regisseur bei.

Das Drehbuch zu dem momentan noch unbetitelten Film schrieb Lee gemeinsam mit dem britischen Dramatiker Kwame Kwei-Armah. Laut US-Medien soll die Story auf dem Artikel „All Rise: The Untold Story of the Guys Who Launched Viagra“ basieren. Diesen veröffentlichte der Journalist David Kushner 2018 im „Esquire“-Magazin. So wird das Werk sicher auch zeigen, dass Viagra einst zur Behandlung von Bluthochdruck gedacht war und Forscher:innen eher zufällig entdeckten, wie der Stoff Sildenafil weiterhin wirkte. Für das US-Unternehmen Pfizer wurde das Potenzmittel über Nacht zum riesigen Geschäft. Noch immer können damit im Jahr weltweit 1,7 Milliarden US-Dollar umgesetzt werden. Mittlerweile sind rund 100 Präparate mit dem Wirkstoff im Handel.

Zu den Darsteller:innen des Musicals von Spike Lee ist bislang noch genauso wenig bekannt wie zu dem angedachten Starttermin des Viagra-Films.

 


Thomas Jefferson Byrd ist tot: Schauspieler aus „Nola Darling“ ermordet
Weiterlesen