Logo Daheim Dabei Konzerte

Metal Hammer Day #2: Saltatio Mortis, Avatarium, Irist

Weiterempfehlen!
  • Mail Icon
  • Mail Icon
  • Mail Icon
  • Stunden
  • Minuten
  • Sekunden
Spezial-Abo
Highlight: Amazon Prime Video: Das sind die besten Sci-Fi-Filme der Streaming-Plattform

Kritik

Die zweite Staffelhälfte von „Star Trek: Picard“ aus Sicht eines Nicht-Trekkies: Cameo-Auftritte statt kosmopolitischer Utopie

In der dritten Folge von „Star Trek: Picard“ brach das Raumschiff „La Sirena“ auf, um das Mysterium um eine neue Androiden-Generation zu lüften. In der vorletzten Folge ist sie tatsächlich am Ziel angelangt, gerade rechtzeitig für den Showdown zwischen Mensch, Künstlicher Intelligenz und Romulanern. Dass das alles so lange dauert, dass die Crew unterwegs mit zahlreichen Schwierigkeiten und unerwarteten Wendungen konfrontiert werden muss, ist klar – schließlich braucht es einen ordentlichen Spannungsbogen, bevor die Held*innen zur eigentlichen Tat schreiten können. Von Nervenkitzel kann angesichts der zahlreichen eintönigen Zwischenepisoden, die nur marginal zum Fortschreiten der eigentlich einfachen Handlung beitragen, aber nicht die Rede sein.

Dass der Funke nicht überspringen will, liegt allerdings eher an fehlender Tiefe, als an zu wenig Action. Gleich die nächste Folge nach Abflug wird auf einen Abstecher Picards (Sir Patrick Stewart) auf den Planeten „Vashti“ verwendet, der letztendlich einzig dazu dient, den mittlerweile erwachsenen romulanischen Waisenjungen Elnor (Evan Evagora) mit an Bord zu holen. Eine Darstellung der komplexen Beziehung zwischen den beiden Figuren, die einen längeren Exkurs rechtfertigen könnte, bleibt aus. Beim nächsten Ausflug auf den Planeten „Freecloud“ wird Bruce Maddox (John Ales), der verantwortliche Wissenschaftler hinter der neuen Androiden-Generation, auf das Raumschiff gebracht. Dafür ist einiges an Fausthieben und Geballer notwendig – unterhaltsam ist das Ganze aber nicht.

Ein Gastauftritt jagt den anderen – auf Kosten der Dramaturgie

Das größte Problem der Dramaturgie in „Star Trek Picard“ ist aber, dass die meist nur eine einzige Folge umspannenden Intermezzi immer nach demselben Schema ablaufen und sehr forciert wirken. Stets gilt es einen neuen Planeten zu erkunden, stets wartet dort ein weiteres altbekanntes Gesicht. So erscheint die Mehrheit der Episoden, als wären sie ausdrücklich so konzipiert, dass sie weitere Cameo-Auftritte ermöglichen. Die hinzugekommenen Figuren sind für den Plot allerdings meist nicht förderlich.

In der vorletzten Folge vor dem Finale wird dieses Vorgehen auf die Spitze getrieben: Als sich Picard auf den Borg-Kubus „Artefakt“ begibt, um Dahjs Androiden-Schwester Soji aus den Klauen des romulanischen Agenten Narek (Harry Treadaway) und dessen fieser Schwester Narissa (Peyton List) zu retten, kommt es nicht nur zu einem weiteren Gastauftritt – diesmal ist Ex-Borg Hugh (Jonathan Del Arco) an der Reihe – sondern auch zu unerwarteten Komplikationen. Per Notfall-Transportsystem beamen sich die beiden, wie passend, auf den neuen Heimatplaneten von Will Riker (Jonathan Frakes) und Deanna Troi (Marina Sirtis). Ein erneutes großes Wiedersehen, noch mehr Nostalgie. Über Umwege kann dort endlich die genaue Herkunft Sojis herausgefunden werden, um mehr über die Androiden und ihre vermeintliche Verschwörung gegen die Menschheit zu erfahren. Ansonsten ist auch dieser Schlenker vor allem eines: dramaturgisch öder Fan-Service.

Auf Coppelius wird es vielleicht doch noch spannend

Und so nehmen nun nicht nur die Romulaner, sondern auch die „La Sirena“ schließlich Kurs auf Sojis Heimatplaneten „Coppelius“, wo es zuletzt doch noch zu so etwas wie Spannung kommt. Und zu einem weiteren Gastauftritt, natürlich: Dieses Mal von Data-Darsteller Brent Spiner, der in die Rolle Dr. Altan Inigo Soongs, dem angeblichen Sohn des Schöpfer Datas, schlüpft. Ja, man hat wirklich keine erzählerischen Mühen gescheut, um so viele Altstars wie möglich unterzubringen.



Die 10 besten Dokumentationen gegen Langeweile in der Quarantäne
Weiterlesen