„Late-Stage Versailles“: Taylor Swifts Hochzeit sorgt für Unmut
Inmitten einer Hitzewelle mit Stromausfällen in New York feierten Taylor Swift und Travis Kelce ihre Luxushochzeit – ein Kontrast, der für Kritik sorgt.
War Taylor Swifts Traumhochzeit mit Travis Kelce ein Symbol der unsterblichen Liebe oder ein groteskes Kapitalismus-Event? Warum manch einer die Zeremonie der Pop-Sängerin mehr als nur ein bisschen geschmacklos empfand.
Hitzewelle und Blackouts in New York
Eine Hitzewelle hing am 3. Juli über dem Big Apple, einen Tag vor dem Independence Day. Es herrschten 38 Grad, die gefühlte Temperatur kletterten mittags sogar über die Vierzig-Grad-Marke. Die Stadtbewohner:innen flüchteten sich in Bibliotheken und andere öffentliche Gebäude, die zu Abkühlräumen erklärt worden waren. Doch nicht nur die menschlichen Schwitz-Systeme waren bei diesem Wetter überlastet, auch die Stromnetze streikten: In New York blieben am Freitagnachmittag 17.000 Haushalte ohne Elektrizität. Laut Berichten der „Tagesschau“ bat der größte US-Netzbetreiber PJM seine Kund:innen, ihren Verbrauch zu drosseln. Durch die verstärkte Nutzung von Klimaanlagen waren die Leitungen teils überlastet. Und was passierte gleichzeitig dazu?
Traumhochzeit im Madison Square Garden
Während Zehntausende Menschen mit Stromausfall und Rekordhitze kämpften, feierten rund 1000 Gäste auf Taylor Swifts und Travis Kelces Hochzeit im Madison Square Garden – einer Veranstaltungshalle mitten in New York City. Geschützt vor neugierigen Blicken und vor der enormen Wärme reisten Stars und Sternchen aus aller Welt an, um Zeug:innen der Zeremonie zu werden. Der Kontrast stößt vielen sauer auf: Denn bei dem Promi-Fest war wohl genug Strom übrig, um sogar eine mehrere Meter hohe „JusT&T Married“-Nachricht für die Außenwelt erscheinen zu lassen.
Der Madison Square Garden wurde für einen Abend quasi zum Berghain verwandelt. Denn dank Verschwiegenheitserklärungen gab es auch bei der Promi-Hochzeit kaum Foto- oder Video-Einblicke. Damit stieg das Mysterium um ein Event, das für mehrere Tage das komplette Straßennetz rund um die Location lahmlegte.
Empörung in den sozialen Medien
Nutzer:innen auf der Social-Media-Plattform X kommentierten ein Bild des Billboards: „Eine Werbetafel anzuzeigen, nachdem sie im Madison Square Garden geheiratet hat, ist wohl eine der schäbigsten Dinge, die diese Frau je getan hat.“ Die ganze Szene liest sich wie ein Buch von George Orwell. Eine X-Nutzerin postete: „Alle Promis gemeinsam verbarrikadiert in einer Arena während einer historischen Hitze mit Stromausfall-Risiko ist ein wirklich gutes Set-up für einen dystopischen Sci-Fi-Roman.“ „Wirklich Spätstadium-Versailles-Vibes, die in diesem Land gerade herrschen“, schreibt eine andere.
Ein groteskes Sinnbild des Kapitalismus?
Natürlich konnten weder Taylor Swift noch Travis Kelce oder ihre reichen Freund:innen das Wetter am Hochzeits-Termin beeinflussen. Das Timing war einfach unglücklich. Doch leider lässt sich das groteske Sinnbild, das diese Hochzeit darstellt, kaum übersehen.
Während die einen ungeschützt unter den Folgen des Klimawandels leiden, keinen Strom haben und das Extremwetter für sie zum ernsthaften Gesundheitsrisiko wird, können die Reichen und Schönen entspannt im Kühlen weiterfeiern. Und das auf Einladung von Swift, die seit Jahren für ihre exzessive Privatjet-Nutzung kritisiert wird.



